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Insolventer Tuchmacher Palla Creativ: Rettung kostet einen Standort

Von: dpa
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Aachen. Der insolvente Textilhersteller Palla Creativ Textiltechnik soll auf Kosten des Standorts Neuenkirchen (Kreis Steinfurt) gerettet werden.

Die Produktion werde vom münsterländischen Standort in die Betriebe Aachen und St. Egidien (Sachsen) verlagert, teilte der Insolvenzverwalter Christoph Niering am Freitag in Köln mit. 90 der 118 in Neuenkirchen Beschäftigten verlieren ihre Arbeit, den übrigen werde eine Stelle im Aachener Stammwerk angeboten.

Der Freistaat Sachsen habe eine Rettungsbeihilfe in nicht genannter Höhe zugesagt. Die Unternehmensleitung rechne bis zum Jahr 2011 mit einem positiven Jahresergebnis.

Der letzte große Textilhersteller in Deutschland war durch einen Auftragsengpass in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der Insolvenzverwalter habe das Restrukturierungskonzept weiter vorangetrieben. „Aufgrund des großen Zuspruchs vonseiten der Kunden und der hohen Fertigungsqualität bestehen positive Aussichten, die Standorte Aachen und St. Egidien/Sachsen zu erhalten”, stellte der Insolvenzverwalter in einer Mitteilung fest.

Der Erhalt des Unternehmens sei aber nur bei Schließung des Standorts Neuenkirchen möglich. Die Fortführung der Standorte Aachen und St. Egidien in dem „sehr schwierigen Marktumfeld” lasse sich nur mit der Unterstützung des Freistaats Sachsen umsetzen. Die Zustimmung der EU-Kommission zur Rettungsbeihilfe solle kurzfristig erfolgen.

Palla Creativ ist nach Nierings Angaben der modernste Textilhersteller in Europa. An den drei Standorten arbeiten bisher 800 Menschen. Der Hersteller von feineren Stoffen für Oberbekleidung machte in 2007 einen Umsatz von 50 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte Ende November Insolvenzantrag gestellt.

Bereits zwei Jahre zuvor hatte das Unternehmen unter dem damaligen Namen Tuchfabrik Becker schon einmal wegen einer Insolvenz mehrere hundert Stellen abgebaut.

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