Aachen - Handwerk feilt an seinem Image

Handwerk feilt an seinem Image

Von: Ulrich Kölsch
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Die Abdeckplane fällt: Mit einem großen Plakat am eigenen Haus in Aachen wirbt die Kammer für die Image-Kampagne des Handwerks. Foto: Jaspers

Aachen. Mit einer auf fünf Jahre angelegten bundesweiten Image-Kampagne will das deutsche Handwerk sein Image aufbessern. „Ohne uns kann nichts laufen - angefangen von den frischen Brötchen am Morgen bis zur warmen Wohnung”, erklärte Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer Aachen, am Donnerstag selbstbewusst zum Auftakt der Kampagne, an der sich auch die Kreishandwerkerschaften Aachen, Heinsberg und Rureifel beteiligen.

Anlass für die aufwändige Werbeaktion, die durch Beiträge in allen Medien verbreitet wird, war eine vom Handwerk selbst in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage. Sie zeigte, dass die Branche nur bei jedem dritten unter 18-Jährigen ein gutes Ansehen hat. Bei den über 60-Jährigen waren es dagegen zwei Drittel. „Viele Jugendliche haben einfach keine Berührungspunkte mehr zum Handwerk”, meinte Philipp. Ihnen sei nicht bekannt, dass das Handwerk mit 9.670.000 Betrieben, 4,8 Millionen Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 500 Milliarden Euro die tragende Säule das Mittelstands sei. Zudem bilde es rund 450.000 Jugendliche aus.

Deshalb steht die Kampagne auch unter dem Motto „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan”.

Die Strategen beim Zentralverband des Handwerks, zu den auch Michael Koenen, der frühere Sprecher der Aachener Kammer gehört, haben sich an französischen Vorbildern orientiert. Dort konnte durch eine Kampagne das Image des Handwerk deutlich aufpoliert werden. Langfristig stellte sich so ein Wandel in der öffentlichen Meinung ein.

Dabei zucken die Berliner Strategen in der von der Hamburger Agentur Scholz & Friends erdachten Kampagne vor starken Sprüchen nicht zurück. „Ohne Handwerk keine Zivilisation” wird keck behauptet oder „Am Anfang waren Himmel und Erde. Den ganzen Rest haben wir gemacht.”

Mit diesen Plakat-Texten, kurzen Spots im Fernsehen und im Kino und Anzeigen in den Zeitungen will man bewusst ein Publikum zwischen 14 und 18 Jahren erreichen und die Jugendlichen auf einen Beruf im Handwerk neugierig machen. „Wir verfahren nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber. Davon wird schließlich auch jeder einzelne Betrieb in unserer Region profitieren”, meinte Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Aachener Kammer.

Ludwig Voß, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aachen, sagte auch die Unterstützung der einzelnen Betriebe zu. Zusätzliche würden in Verbindung mit den Fachinnungen eigene Aktionen geplant. Die 15600 Mitgliedsunternehmen der Kammer werden ab Februar mit einem dicken Starterpaket ausgerüstet. Ein Bündel von Werbemitteln ist darin enthalten: Plakate für die Ladenlokale ebenso wie Aufkleber für die Firmenwagen. Einen indirekten Effekt sieht die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Aachener Kammer, Nicole Thomys: „Die Kampagne tut auch der einzelnen Meister-Seele gut. Sie hebt schließlich das Selbstwertgefühl.”
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