Gangelt - Für guten Rat steht Hubert Schlun auch weiter bereit

Für guten Rat steht Hubert Schlun auch weiter bereit

Von: Berthold Strauch
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Zieht sich aus einigen Ämtern
Zieht sich aus einigen Ämtern zurück, bleibt aber weiterhin im Vorstand der Handwerkskammer Aachen: Hubert Schlun. Foto: Strauch

Gangelt. An seiner tiefen Überzeugung lässt Hubert Schlun keinen Zweifel zu: „Ja, ich würde es wieder so machen”, sagt der Baumeister aus Gangelt-Niederbusch. Am Dienstag, 21. September, kommt für den 71-Jährigen die Stunde des Abschieds.

Wehmut beschleicht Schlun aber nicht, wenn er an den Empfang denkt, der das Ende eines jahrzehntelangen persönlichen Engagements markiert, das bei ihm stets mit einer großen Portion Herzblut angereichert war: Nach 28 Jahren als Präsident der Baugewerblichen Verbände und sogar nach 34 Jahren als Vorsitzender des Baugewerbe-Verbandes Nordrhein tritt Hubert Schlun von seinen Ehrenämtern zurück. Dazu zählt auch der Verzicht auf seine Tätigkeit im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes in Bonn und Berlin.

„Ein bedeutender Meilenstein”, resümieren seine Düsseldorfer Verbandskollegen, die nun nicht mehr auf seine unmittelbare Mitarbeit zählen können. Doch für einen guten Rat, wenn sie darum bitten, steht Schlun auch weiter gerne zur Verfügung, macht er im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Ein wichtiges Ehrenamt wird er indes auch künftig noch mit seinem großen Sachverstand ausfüllen: die Arbeit im Vorstand der Handwerkskammer Aachen.

Für Hubert Schlun ist es wichtig, „selbst zu bestimmen, wenn man aufhört” - nämlich, wie er hervorhebt, „wenn es am schönsten ist”, statt darauf zu warten, „dass man weggelobt oder ,abgeschossen’ wird”. Darum braucht er sich indes keine Sorgen zu machen. Denn auf nordrhein-westfälischer und Bundesebene „hätte man mich gerne noch gehalten”.

Jetzt fällt dem gelernten Maurer und Diplom-Ingenieur des Bauwesens auch deswegen der Abschied leicht, weil die Nachfolge „verantwortungsvoll und geordnet” geregelt werden konnte, wie Schlun zufrieden bilanziert. Er selbst ist angesichts des frühen Unfalltods seines Vaters Lambert schon sehr früh in verantwortungsvolle Positionen gerückt - mit der Übernahme der Leitung des familiären Bauunternehmens in Gangelt, das der Sohn kontinuierlich weiterentwickelt und um neue, zukunftsträchtige Aufgabenfelder erweitert hatte.

Und dies gilt auch für den verbandlichen Einsatz in den Selbstverwaltungsgremien seiner Zunft. So war er mit 40 Jahren als Obermeister der Baugewerbeinnung Heinsberg der Dienstälteste bundesweit in einer solchen Position. Die hatte er bereits im vergangenen Jahr aufgegeben.

Angesichts des künftigen Zuwachses an freier Zeit ist Hubert Schlun nicht bange, dass ihm langweilig werden könnte. In der Schlun-Baugruppe mit ihren 185 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 55 Millionen Euro haben inzwischen seine beiden Söhne Björn und Dirk die Geschäftsführung übernommen.

Und denen will er „nicht reinreden”, verspricht der Senior: „Alle müssen wissen, wer die neuen Chefs sind.” Hubert Schlun hat stets Wert daraufgelegt, seine Verbandsarbeit „parteipolitisch ungebunden” zu gestalten. „Ich war als reiner Lobbyist unterwegs” - im Interesse seiner Bauwirtschaft, die meistens hart um eine gesicherte Position im Überlebenskampf habe ringen müssen.

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