Aachen - Forstwirtschaft will zur Energiewende beitragen

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Forstwirtschaft will zur Energiewende beitragen

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Wald zum Anfassen unmittelbar vor dem historischen Rathaus der Stadt Aachen: Eine Leistungsschau auf dem Marktplatz ergänzt bis heute die Jahrestagung des Deutschen Forstvereins (DFV).

Angesichts der politisch beschlossenen Energiewende mit dem Ausstieg aus der Atomkraft unterstrich die Forstwirtschaft ihre Bereitschaft, zu dem nun gebotenen klimafreundlichen Umbau ihren Teil beizutragen.

DFV-Präsident Carsten Wilke bekräftigte dabei vor der Presse, dass trotz aller gestiegenen Ansprüche an den Wald unbedingt an dem „Markenzeichen” einer nachhaltigen Nutzung festgehalten werden müsse: Nur so viel Holz wird genutzt, wie auch nachwächst. Wilke stellte außerdem heraus, dass sich die Waldbesitzer - zu einem Großteil Private - keinesfalls dem Ansinnen widersetzten, die Wälder für das Aufstellen von Windrädern zu öffnen. Allerdings müssten für die Flächen, die damit belegt werden sollen, woanders ersetzt werden. Rund ein Drittel Deutschlands ist mit Wald bedeckt.

Wilke begrüßte den Beschluss der Bundesregierung, zum ökologischen Umbau der Wälder einen Klimafonds aufzulegen. Wohl sollte dieser mit 50 statt mit 35 Millionen Euro dotiert werden, um den Waldbesitzern zu helfen, die vermehrt auf Mischwälder und damit auf einen stärkeren Laubholzanteil setzen, um ein stabiles Ökosystem zu schaffen, da auch sie unverschuldet zu den „Opfern des Klimawandels” zählten. Zudem müssten „neue Lösungen” mit Blick auf eine stärkere Nutzung von Buchen- und Eichenholz gefunden werden, da bislang noch ein Schwerpunkt auf Nadelholznutzung liege.

Den Prognosen von einer künftig drohenden „Deckungslücke” beim Holzangebot setzt Wilke auch das neue Konzept des „Agrarforstes” entgegen. Hier sollen auf landwirtschaftlichen Flächen schnellwachsende Bäume wie Pappeln und Weiden angepflanzt werden. Holz, so seine Empfehlung, sollte überwiegend erst zum Ende des Lebenszyklus zur Wärmenutzung verfeuert werden, wenn hochwertige Nutzungen wie Möbel ausgedient hätten. Hier seien „intelligente Lösungen” gefordert.

Ein großes Potenzial böten zudem im Rahmen der Landschaftspflege Rückschnittmaßnahmen etwa in Parks und entlang der Autobahnen. Diese Mengen seien mit Blick auf die Energiewende bislang kaum erfasst, so Wilke.
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