Düsseldorf - Flixbus testet Elektro-Busse

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Flixbus testet Elektro-Busse

Von: Maximilian Plück
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Flixbus-Gründer André Schwämmlein fährt auch selbst gern mit seinen Bussen.

Düsseldorf. Flixbus ist Vorreiter im Fernbusmarkt, doch das Unternehmen kämpft auch mit Problemen: „Fahrermangel ist definitiv eine Herausforderung“, sagt Flixbus-Gründer André Schwämmlein im Gespräch mit Maximilian Plück. Doch er ist optimistisch.

NRW kämpft mit dem Verkehrsinfarkt. Wie stark belastet Sie das?

Schwämmlein: Natürlich ist es gut, dass die Infrastruktur auf Vordermann gebracht wird. Großbaustellen machen sich bei uns im Betriebsablauf stark bemerkbar. Das Einarbeiten in die Fahrpläne läuft aber ganz gut. Bei meiner Budapest-Reise kam der Bus aus Paris und war auf die Minute pünktlich in München – obwohl er zweimal durch den Berufsverkehr musste.

Wie steht Flixbus verglichen mit der Bahn bei der Pünktlichkeit da?

Schwämmlein: Natürlich sind unsere Kunden etwas konzilianter. Da wird ein Bus noch als pünktlich gewertet, wenn er 15 Minuten nach der geplanten Zeit am Ziel ankommt. Nimmt man das als Grundlage, bewegen wir uns auf vergleichbarem Niveau wie die Deutsche Bahn.

Was sind typische Flixbus-Kunden: Privatleute oder Geschäftsleute?

Schwämmlein: Wir haben ein extrem breites Spektrum. Noch überwiegen die privat Reisenden. Auf Strecken wie Wien – Graz oder München – Zürich sehen Sie aber immer häufiger Geschäftskunden, die ihren Laptop aufklappen, sobald sie Platz genommen haben. Unser Ziel ist es, dass am Ende niemand mehr sagt: Der Fernbus kommt für mich per se nicht infrage.

Denken Sie über Premium-Angebote für Busreisende nach – teurere Tickets, dafür mehr Komfort?

Schwämmlein: Einen Fernbus mit Business Class wird es bei uns nicht geben. Stattdessen arbeiten wir an einer Art Menü, bei dem man sich für einzelne Gänge mit entsprechender Beinfreiheit entscheiden kann. Komfort kann auch sein, dass niemand neben mir sitzt, ich einen Platz am Tisch habe oder erst zwei Minuten vor Abfahrt am Bus sein muss. Das Thema Sitzplatzreservierungen werden wir auf jeden Fall noch weiter ausbauen.

Sie greifen die Bahn nun mit Flixtrain zwischen Köln und Hamburg auf der Schiene an. Wie lange halten Sie angesichts hoher Kosten ihre Kampfpreisstrategie durch?

Schwämmlein: Klar ist es eine Herausforderung, am Tag 1200 Menschen davon zu überzeugen, mit dem Flixtrain zu fahren. Aber bislang gelingt das gut. Die anderen Anbieter sind an der Vertriebsseite und der technischen Plattform gescheitert. Kunden, die mit uns Bus fahren, entscheiden sich wegen der Marke auch für den Flixtrain. Bei Fernbussen haben übrigens auch alle gesagt: „Die Preise haltet Ihr auf Dauer nicht durch. Die werden sich mindestens verdoppeln.“ Tatsächlich waren wir im vergangenen Jahr auf Gruppenebene profitabel, bereits seit 2016 im deutschsprachigen Markt. Zugleich sind die Preise immer noch niedrig und werden auch in Zukunft niedrig bleiben.

Kann man bei Busreisen das Thema Elektromobilität vorantreiben?

Schwämmlein: Wir testen das gerade den weltweit ersten elektrischen Fernbus im Linienbetrieb zwischen Paris und Amiens. Wir wollen das Pilotprojekt bald auch in Deutschland fortsetzen. Es steht zwar nicht morgen die Elektrifizierung der ganzen Flotte an, aber wir wollten zunächst beweisen, dass E-Mobilität im Fernbusverkehr überhaupt geht. Ein Zeichen auch in Richtung der renommierten Hersteller. Ehrlicherweise arbeiten wir mit zwei chinesischen Firmen zusammen, weil wir kein europäisches Fabrikat bekommen konnten.

Angst, dass Ihre Diesel-Busse irgendwann wegen Fahrverboten nicht in die Innenstädte dürfen?

Schwämmlein: Nein. Unsere Busse werden wegen der hohen Fahrleistung alle drei bis vier Jahre ausgetauscht. So haben wir da nur die allerneusten auf der Strecke. Das sind fast alles Euro-6-Busse, hier liegt der Umweltstandard bei Flixbus deutlich höher als in der Gesamtbranche. Außerdem wäre das doch völlig unlogisch: Wenn man einen Bus herausnimmt, steigt der Individualverkehr. Der Fernbus ist hier Teil der Lösung, nicht des Problems.

 

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