Firma Imperia gewinnt Innovationspreis

Von: Sarah Sillius
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Innovationspreis für Imperia:
Innovationspreis für Imperia: Gerhard von Kulmiz hält stellvertretend für seinen Geschäftsführer-Kollegen Thilo Röth und seine 23 Mitarbeiter (einige im Hintergrund) die Skulptur des Aachener Künstlers Rolf Jägersberg in die Höhe. Sie hat nun einen festen Platz in der Firma. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vor der Festveranstaltung zur Verleihung der AC²-Preise für Gründung, Wachstum und Innovation im Aachener Krönungssaal geht Gerhard von Kulmiz vieles durch den Kopf. Er denkt an jahrelange harte Arbeit, an sein Team, vor allem aber an die Aufregung der vergangenen Monate.

Die Aachener Ingenieurdienstleistungsfirma Imperia, geführt von Thilo Röth und Gerhard von Kulmiz, gehört zu den Nominierten für den Innovationspreis. Eine begehrte Auszeichnung. Dementsprechend nervös sind die potenziellen Preisträger. Von Kulmiz konzentriert sich auf das Programm. Moderator Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, bittet die Musiker Wu Wei und Claudius Valk auf die Bühne. Während sich die Klänge der chinesischen Mundorgel Sheng mit denen des Saxofons verbinden, kann von Kulmiz für einen Moment abschalten. Ist Imperia die innovativste Firma der Region Aachen? Nein, da sind so viele starke Konkurrenten, schießen die Gedanken schnell wieder durch den Kopf des Imperia-Chefs.

„Innovation hat nicht nur eine technische und ökonomische Komponente. Die Gesellschaft muss etwas davon haben”, sagt NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger, der den Unternehmern als AC²-Schirmherr seinen Dank ausspricht: „Sie sind die Stars der Innovation, sie bringen Bewegung in die Produkte, Unternehmen und Märkte.” Erfolgreiches Unternehmertum habe vor allem mit Mut zu tun: „Manchmal muss man einen ganz neuen Weg gehen.”

Die im Jahr 1998 gegründete Firma Imperia ist diesen Weg gegangen. In den vergangenen drei bis vier Jahren wurden die beiden Innovationen „Vario-Struct” und „FlexBody” zusammen mit verschiedenen Industriepartnern, der RWTH Aachen und der FH Aachen für die industrielle Umsetzung entwickelt. Bei „Vario-Struct” handelt es sich um einen Multi-Material-Leichtbau für Fahrzeugkarosserien. „FlexBody” ist ein Karosserie-Leichtbaukasten für Kleinserien, insbesondere für Elektrofahrzeuge und Sportwagen.

„Solche Projekte kosten viel Kraft”, gibt von Kulmiz zu. „Wichtig ist, dass man die Balance hält zwischen Innovation und Tagesgeschäft.” Während Thilo Röth mit seinem Innovations-Team die Projekte voranbrachte, konzentrierte sich von Kulmiz auf die anderen laufenden Projekte. Man kann es auch so sagen: Er hielt seinem Kollegen den Rücken frei. „Wir ergänzen uns sehr gut”, sagt er über sich und Thilo Röth, den er im Studium der Fertigungstechnik in Erlangen kennengelernt hat. 2003 stieg von Kulmiz dann in Röths Firma ein. Seitdem ist viel passiert, eine Menge Entscheidungen wurden getroffen - und die waren nicht immer einfach.

„Ein Unternehmer muss ein wenig so sein wie James Bond”, meint Metin Tolan in seiner Festrede. Der Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund hat Filme über den Geheimagenten wissenschaftlich untersucht und stellt fest: „In einer Krisensituation muss man wie James Bond erst einmal die Ruhe bewahren.” Tolans Berechnungen haben am Ende ein Happy End. An viele der unglaubwürdigen Stunts von James Bond darf man also tatsächlich glauben.

Ein Happy End gibt es an diesem Abend auch für Imperia. Schließlich werden die Namen „Thilo Röth” und „Gerhard von Kulmiz” als Gewinner aufgerufen.

Am nächsten Tag hat von Kulmiz diese Ehrung noch immer nicht ganz „verdaut”. „Das überrennt einen irgendwie”, sagt er, als er wieder in vertrauter Umgebung in seinem Büro am Soerser Weg sitzt und über die Bedeutung des Preises nachdenkt. „Das ist eine große Chance für die Firma, noch weiter zu wachsen.”

Schon als Kind wusste von Kulmiz, dass er ein Händchen für Autos besitzt. Von Fahrzeugen fühlte er sich magisch angezogen, am liebsten schraubte er an Oldtimern. „Für mich war schon immer klar, dass ich in meinem Beruf etwas mit Autos zu tun haben würde.” Dass er mit seiner Firma einmal einen so bedeutenden Preis erhält, hätte er sich damals nicht träumen lassen. Ohne die gute Teamarbeit wäre das aber nicht möglich gewesen, ist von Kulmiz überzeugt. Die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter sei für ihn sehr wichtig. „Es ist das Schönste, wenn dir jemand sagt, dass er gerne in der Firma arbeitet.” Das nächste große Projekt steht für die Imperia-Geschäftsführer daher schon fest: ein Betriebsausflug.
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