Europa stark am Streetscooter interessiert

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:
5405999.jpg
Im Fokus europäischer Medien: der Prototyp des Streetscooters für die Deutsche Post DHL. Stefanie Hoops vom Organisationsteam rückt dazu für die Fotografen ans Steuer. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Aachener Elektrofahrzeug Streetscooter gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit – und dies mittlerweile auch international. Am Mittwoch ließen sich mehr als 30 Journalisten aus 13 europäischen Ländern das Konzept vor Ort erklären: in der kleinen Manufaktur auf dem Gelände einer ehemaligen Eisenhütte, wo derzeit die Produktion einer Vorserie von 50 dieser „Stromer“ vorbereitet wird.

Diese Zusteller-Fahrzeuge sollen noch in diesem Jahr für Testzwecke an die Deutsche Post DHL ausgeliefert werden. Der Bonner Logistikriese war es denn auch, der die bunt zusammengewürfelte Gruppe von Tageszeitungsvertretern und Redakteuren von Fachblättern und anderen Medien nach Aachen geholt hatte. Sie kamen neben Deutschland aus der Schweiz, Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, Polen, Portugal, Italien, Tschechien, Türkei, Großbritannien und Estland.

Professor Achim Kampker, Geschäftsführer der Streetscooter GmbH und Chef des Lehrstuhls für Produktionsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen, machte die Gäste mit dem von seinem Team entwickelten Fahrzeug vertraut. Partner aus mehr als 80 Unternehmen, zumeist  namhafte Zulieferer der Automobilindustrie, bringen das Projekt gemeinsam voran.

Eine entscheidende Frage, auf deren Beantwortung zahlreiche Interessierte in Aachen und weit darüber hinaus warten, ließ Kampker auch am Mittwoch noch offen: an welchem Ort die Serienfertigung realisiert werden soll, die ein Investment von 20 Millionen Euro umfasse. Dies sei Gegenstand von intensiven Gesprächen, in die auch das NRW-Wirtschafts- und -Arbeitsministerium eingebunden sind. Binnen vier Wochen, ließ Kampker erkennen, solle der neun Firmen umfassende Streetscooter-Gesellschafterkreis die endgültige Entscheidung über den Standort treffen.

Große Hoffnungen macht sich dabei das bisherige Bombardier-Werk für Schienenfahrzeuge in Aachen. Kampker strebt ab Mitte 2014 den Bau von 3000 Elektromobilen jährlich an; schwarze Zahlen solle das junge Unternehmen bereits Ende 2015 schreiben, zeigte sich der Geschäftsführer optimistisch. Bis 2020 rechnet er mit einer Produktionsrate von mindestens 10.000 Streetscootern.

Abgesetzt werden sollen sie indes in der Regel nicht bei Privatleuten, sondern im Flottengeschäft, etwa  von Leasingunternehmen. Als weitere potenzielle Nutzergruppe nannte Kampker die großen Kirchen, die mehr als eine Million Fahrzeuge in Deutschland im Einsatz hätten, etwa für „Essen auf Rädern“ oder Pflegedienste. Zudem gebe es konkrete Kontakte, nach Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert