Entwicklung am Arbeitsmarkt „positiver als erwartet”

Von: red/dpa
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Die Entwicklung der Arbeitslosen in der Region Aachen.

Aachen/Düren. Der Arbeitsmarkt in der Region präsentiert sich im Juli uneinheitlich: Während die Arbeitsagentur Aachen einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen meldet, verzeichnet die Agentur Düren einen leichten Anstieg. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 226 Personen auf 35.093 im Bereich der Aachener Agentur liegt auf dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im Vorjahr waren 2760 Personen mehr arbeitslos gemeldet, im Juni 2010 226 Personen mehr. Die Arbeitslosenquote fiel von 8,8 Prozent auf 8,7 Prozent, im Jahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte. Seit 2001 waren nicht mehr so wenig Personen in einem Monat Juli arbeitslos. „Arbeitslosmeldungen von Schulabsolventen und Auszubildenden ohne Anschlussbeschäftigung sind im Juli typische saisonale Einflüsse”, kommentiert Gabriele Hilger, Leiterin der Agentur für Arbeit Aachen.

„Aber auch Entlassungen zum Quartalsende führen in der Regel zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Gesamtentwicklung verlief aber positiver als erwartet.” Die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen stieg im Monat Juli um 484 auf 4152 Personen. „Junge, qualifizierte Menschen sind aufgrund des Fachkräftebedarfs nach ihrer Ausbildung deutlich kürzer arbeitslos”, so Hilger. Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg nach Angaben der Aachener Arbeitsagentur im Juli gegenüber dem Vormonat nochmals. 1914 neue Stellen wurden für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet, 338 Stellen oder 21,4 Prozent mehr als im Vormonat Juni (1.576 Stellen). Seit Jahresbeginn wurden 16.852 Stellen gemeldet.

Auch die Dürener Arbeitsagentur bewertet die Gesamtlage positiv. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt stieg um fast ein Prozent auf 10.894 Personen, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 8,2 Prozent (Vorjahr 8,5 Prozent). Ein Großteil der Zugänge fällt auch hier auf den Bereich der unter 25-Jährigen. „Dies war aufgrund des beendeten Schuljahres zu erwarten”, bestätigte Harald Küst, Leiter der Agentur für Arbeit Düren. Zu diesem Zeitpunkt endeten auch die meisten Ausbildungsverhältnisse.

Die Arbeitskräftenachfrage und die Beschäftigungsentwicklung zeigten deutlich nach oben. Die Aufnahmefähigkeit der Wirtschaft sei weiterhin konstant. Somit ergäben sich für die frisch ausgebildeten Arbeitskräfte gute Eingliederungsaussichten auf dem Arbeitsmarkt. Der aktuelle Stellenzugang von 527 Arbeitsstellen belege einen deutlichen Fachkräftebedarf, so Küst weiter.

In gesamt NRW stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht. Aktuell sind gut 787.300 Arbeitslose registrier, rund 12 900 beziehungsweise 1,7 Prozent mehr als im Juni, teilte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit mit. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 8,7 Prozent zu. Im Vergleich zum Juli 2009 waren jedoch deutlich weniger Menschen auf Jobsuche. Die Zahl der Arbeitslosen war vor einem Jahr um 42 740 oder gut fünf Prozent höher. Die Arbeitslosenquote betrug damals 9,2 Prozent.

Der Anstieg zum Juni wird auf den Ferienbeginn zurückgeführt, die Begründung entspricht der der Agenturen in der Region. Die Zahl der Arbeitslosen im Alter unter 25 Jahre stieg gegenüber dem Juni zwar deutlich um fast 15 000 oder gut ein Fünftel auf rund 88 600. Vor einem waren es jedoch fast 13.000 junge Jobsuchende mehr. Der Geschäftsführer der NRW-Regionaldirektion, Luidger Wolterhoff, geht davon aus, dass im Herbst viele junge Leute einen Arbeitsplatz in einem Unternehmen finden werden.

Auch würden die Fachkräfte insgesamt knapper. Der Arbeitsmarkt bewege sich aus der Talsohle heraus. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nehme beispielsweise zu. Im Juli wurden knapp 43 000 neue freie Arbeitsplätze gemeldet, 5600 mehr als im Juni und 11.150 mehr als vor einem Jahr.
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