Aachen - Emerson Climate Technologies: Immer die richtige Betriebstemperatur

Emerson Climate Technologies: Immer die richtige Betriebstemperatur

Von: Thorsten Karbach
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Reihenweise Erfolg: Emerson Climate Technologies Europe mit Sitz in Aachen und Fertigung in Welkenraedt expandiert. Foto: Andreas Steindl
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Ganz viel moderne Technik: Jean-Claude Wetzels eröffnet ungewohnte Einblicke in ein Emerson-Climate-Produkt aus dem Werk in Welkenraedt.

Aachen. Mit kühlem Kopf für die richtige Temperatur sorgen, das können die Entwickler von Emerson Climate Technologies. In acht von zehn Wärmepumpen in Europa sind Kompressoren oder Verdichter (zum Komprimieren von Gasen) des Unternehmens.

Sie arbeiten in Tiefkühltruhen wie auch Klimaanlagen in den Supermärkten und temperieren die großen Datencenter der Welt. Zu sehen sind dabei andere Logos: beispielsweise von Vaillant, Stiebel-Eltron oder Viessmann. Die Technologie von Emerson Climate ist bestens versteckt. „Uns kennt man in er Regel nicht“, sagt Jean Janssen.

Das sollte „man“ aber. Denn Emerson Climate Technologies hat 2013 3,9 Milliarden Dollar Umsatz verbucht – eine halbe Milliarde davon in Europa. Janssen ist der Präsident von Emerson Climate Technologies Europe mit Fabriken im belgischen Welkenraedt, in Cookstown (Nordirland), Pieve d’Alpago (Italien), Kolin und Mikulov (beides Tschechien) mit rund 1600 Mitarbeitern. Dort werden unter anderem die Scroll- oder Spiralverdichter gefertigt – jährlich rund acht Millionen. Zig Milliarden sind überall auf der Welt im Einsatz und sorgen für die nötige Kälte oder eben Wärme. Als Spe-zialisten für Kälte- oder Klimatechnik zählt das Unternehmen zur Spitze des Weltmarktes.

Emerson Climate Technologies ist dabei Teil (Business Unit) eines noch riesigeren Konzerns. Die Zahlen von Emerson mit seinen fünf Geschäftsfeldern sind schlichtweg beeindruckend: Es gibt 230 Fabriken in 150 Ländern mit rund 132.000 Mitarbeitern. Neben der Klimatechnik gibt es Prozessmanagement, Automationstechnik, Network Power und Comercial & Residential Solutions. Zu den Kunden zählen Amazon, AT & T, IBM, Oracle, Walmart, Daikin-Goodman, Hitachi, Michelin, Caterpillar, Samsung und zig bekannte Namen mehr. In jedem dritten Aufzug der Welt spielen Motoren von Emerson tragende Rollen.

Für den Endverbraucher gibt es keine Emerson-Produkte. „Unsere Produkte kann man nicht im Supermarkt kaufen“, sagt Janssen. Letztlich „verschwinden“ sie in den Erzeugnissen anderer Hersteller, firmieren zum Teil unter Markennamen wie Copeland, die letztlich längst zum Emerson-Konzern zählen. Copeland zum Beispiel wurde 1987 übernommen, daraus resultierte die Climate-Technolgies-Sparte. „Wenn wir aufkaufen, dann erhalten wir die Namen“, erläutert Janssen dabei das Prinzip. Emerson bleibt im Verborgenen. Und das erfolgreich.

Der Firmensitz steht in St. Louis, Missouri, gegründet wurde das US-amerikanische Unternehmen 1890. 123 Jahre später liegt der Umsatz bei 24,7 Milliarden Dollar. Als Jean Janssen 1984 bei Emerson begann, da wurden 75 Prozent des Umsatzes in den USA und Kanada verdient. Das ist nun anders. 2013 waren es nur noch 44 Prozent, während 24 Prozent in Asien und 20 Prozent in Europa bilanziert wurden.

Seit neun Jahren werden die Geschäfte von Emerson Climate Technologies Europe von Aachen-Oberforstbach aus geführt. Die Nähe zum größten Werk im ostbelgischen Welkenraedt (400 Mitarbeiter) war entscheidend, zuvor hatte man in Berlin residiert. „Aachen ist für uns der richtige Standort für die Europageschäfte“, sagt Janssen. Universiäten wie Flughäfen sprechen für die Region. In Europa zählt Emerson in allen Sparten 25.000 Mitarbeiter an 60 Standorten.

Neubau und Labor

60 Mitarbeiter aus 13 Nationen haben im Aachener Süden ihr Büro, noch in diesem Jahr wird nebenan gebaut. Das Personal wird in den nächsten drei Jahren auf mehr als 130 erweitert, dafür braucht es einen Neubau. Zudem wird ein Forschungslabor geschaffen. „Wir investieren viel in Forschung und Entwicklung“, erläutert Janssen. Im Aufbau befindet sich eine Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen. Weltweit sind 2013 bereits 841 Millionen Dollar in die Entwicklung geflossen. Rund 9000 Mitarbeiter zählen die Forschungsabteilungen. Allein 2013 wurden 1765 Patente eingereicht. Insofern versteht sich das Unternehmen nicht als Zulieferer, sondern Engineering-Company, also Produktentwickler.

Die Zukunft steckt voller Herausforderungen. Energieeffizienz ist das entscheidende Thema. Und die neue F-Gas-Direktive der EU (F-Gase sind starke Treibhausgase) fordert die Unternehmen auf, den Ausstoß massiv runterzufahren. „Wir sind da ganz gut aufgestellt“, sagt Janssen. Die Unternehmen suchen Lösungen. Emerson versteht sein Angebot als Kundenlösungen – in allen Fällen. Die Prognosen sind gut bis bestens, auch wenn die Emerson-Technik weiterhin im Verborgenen agieren wird. Einen Namen macht sich das Unternehmen dagegen an anderer Stelle: als Sponsor der Volleyball-Bundesligaspielerinnen in Aachen. Auch so eine Erfolgsgeschichte.

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