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Eigentlich immer auf der Suche

Von: Hermann-Josef Delonge
Letzte Aktualisierung:
Hochmoderne Prüftechnik: DSA-
Hochmoderne Prüftechnik: DSA-Geschäftsführer Volker Gehring und Claudia Hannig, Leiterin Multi-Projektmanagement. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mitarbeiter dringend gesucht. Die Aachener DSA - Daten- und Systemtechnik GmbH kann ein Lied davon singen. Das 1980 gegründete Unternehmen sucht eigentlich fast immer.

„Jedes Jahr zehn bis 15 Mitarbeiter”, hat Geschäftsführer Volker Gehring hochgerechnet. In den allermeisten Fällen hochqualifiziertes Personal: Softwareentwickler, Ingenieure, Projektmanager. Es ist bei weitem nicht selbstverständlich, dass der Bedarf abgedeckt werden kann - obwohl mit der RWTH und der Fachhochschule die eigentlich perfekten Kaderschmieden direkt vor der Haustür liegen.

Wer das Unternehmen im Aachener Süden besucht, kann nicht nachvollziehen, warum das so ist. DSA ist ein moderner Mittelständler mit allen Vorzügen. „Wir haben ein hohes Interesse daran, die Mitarbeiter dabei zu unterstützen, die privaten Herausforderungen der Familien mit den dienstlichen Belangen der Firma unter einen Hut zu bringen”, sagen Gehring und Claudia Hannig, Leiterin des Multi-Projektmanagements. Das fängt beim Betriebskindergarten an, den DSA mit anderen Unternehmen in der Nachbarschaft betreibt, und hört bei der Förderung von Mitarbeiterkindern, die die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), studieren, nicht auf. Das Arbeitsumfeld stimmt auch: Die hintereinander gestaffelten DSA-Gebäude liegen fast idyllisch, es gibt ausreichend Parkraum und Freiflächen.

70 Prozent der Mitarbeiter haben einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Das mag als Beleg dafür dienen, wie hochkomplex bei DSA gearbeitet wird. Das Unternehmen hat sich, einfach ausgedrückt, auf das Prüfen, Diagnostizieren und Programmieren von Fahrzeugelektrik und -elektronik spezialisiert - sowohl in Montagewerken als auch in Werkstätten. Kunde ist die internationale Automobilindustrie. „Weltweit alle großen Hersteller bis auf Japan”, sagt Gehring.

Hochgerechnet werden täglich rund 150.000 Fahrzeuge weltweit mit DSA-Systemtechnik „behandelt”. Das Unternehmen ist Ausrüster von über 130 Fahrzeugmontagewerken und 18.000 Werkstätten. Die mobilen und handlichen Prüfgeräte etwa, mit denen in den Werkstätten heutzutage die Autos durchgecheckt werden, basieren auf DSA-Hightech. Das Unternehmen entwickelt, stellt die Software her und montiert auch die Hardware. Fast noch wichtiger - weil ein größerer Markt - sind die hochkomplexen und genau abgestimmten Prüfgeräte, die direkt an den Montagebändern der Automobilindustrie im Einsatz sind. Wenn man bedenkt, dass 30 bis 40 Prozent der Herstellungskosten eines Fahrzeugs inzwischen über Elektrik und Elektronik definiert werden und ein modernes Fahrzeug mit bis zu 80 Steuergeräten ausgestattet ist, die von sicherheitsrelevanten Systemen wie den Airbags bis hin zu Komfortfeatures wie beheizbaren Außenspiegeln alles regeln, dann kann man ermessen, wie wichtig DSA-Technik im Produktionsablauf ist.

Mehr als 120 Projekte laufen dabei parallel, für deren möglichst reibungslose Koordination Claudia Hannig verantwortlich ist. Knapp 250 Mitarbeiter arbeiten daran, davon 180 am Hauptsitz in Aachen, der Rest an Standorten in Deutschland (vor allem in der Nähe der großen Autohersteller), den USA, in Mexiko, Italien, Südafrika und China. Wer gerne Erfahrungen im Ausland sammeln möchte, dem bietet DSA Möglichkeiten dafür. Dass Mitarbeiter allerdings in unterschiedlichen Lebensabschnitten unterschiedlich flexibel sind, muss ein modernes Unternehmen in seinen Planungen berücksichtigen. DSA tut das, so weit es mit einem reibungslosen Arbeitsablauf vereinbar ist. „Wir brauchen und suchen qualifizierte Mitarbeiter mit Lust auf Technik”, bringt Hannig das Anforderungsprofil auf den Punkt. Tatsächlich ist es so, dass die Mehrzahl der Neuangestellten von der RWTH oder der FH kommen. Aus anderen Teilen Deutschlands finden dagegen eher wenige den Weg nach Aachen.

Woran das liegt? „Die Region Aachen hat einfach nicht die Strahlkraft anderer großer Technologieregionen”, konstatiert Gehring. Ob das gerechtfertigt ist, ist die eine Frage. Die andere zielt auf ein effektives Standortmarketing. Bei DSA bestehen Zweifel, ob das so gegeben ist. „Wir müssen die Kräfte besser bündeln”, fordert Gehring. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sein Unternehmen Mitglied in Regina, dem regionalen Informatik-Netzwerk, ist. Aus Car, dem Pendant der Automobilbranche, ist DSA jedoch in der Zwischenzeit wieder ausgetreten. Lob findet er auch für Initiativen wie Karriere.ac, dem regionalen Internetportal für Arbeitsplätze, auf dem regionale Unternehmen ihre Stellenangebote einstellen. Mit elf Stellenzeigen ist DSA dort vertreten, zum Teil seit Oktober 2011. „Mitarbeiter mit Lust auf Technik” - manchmal ist das dann doch nicht so einfach.
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