Drastische Einschnitte bei Solland Solar

Von: -bst-
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Avantis
Heftiger Doppelschlag für die euregionale Wirtschaftsstruktur: Neben dem Aachener Pharmaunternehmen Takeda, das 130 Stellen streichen will, kündigte am Mittwoch auch der niederländische Solarzellenhersteller Solland Solar spektakuläre Personalkürzungen Foto: Michael Jaspers

Aachen/Heerlen. Heftiger Doppelschlag für die euregionale Wirtschaftsstruktur: Neben dem Aachener Pharmaunternehmen Takeda, das 130 Stellen streichen will, kündigte am Mittwoch auch der niederländische Solarzellenhersteller Solland Solar spektakuläre Personalkürzungen an.

Gegenüber unserer Zeitung bestätigte Solland-Solar-Geschäftsführer Henk Roelofs, dass den im grenzüberschreitenden Gewerbepark Avantis noch verbliebenen 110 Mitarbeitern zum Monatsende gekündigt worden sei. Bereits im vergangenen Oktober war mitgeteilt worden, dass die Belegschaft in einer ähnlichen Größenordnung reduziert werden müsse.

Von den drastischen Einschnitten verschont bleiben lediglich etwa 70 Mitarbeiter aus der Solarfertigung. Anfang dieses Jahres war bekannt geworden, dass dieser Firmenteil an die italienische Pufin-Gruppe aus Frigento bei Neapel verkauft worden sei. „Sie war unser wichtigster Kunde”, sagte Roelofs. Die Produktion soll in den bestehenden Gebäuden fortgeführt werden.

Trotz der nun ausgesprochenen 110 Kündigungen schließt der Solland-Solar-Chef nicht aus, doch noch einen Investor finden zu können. „Wir führen derzeit Gespräche mit Unternehmen aus der Branche, die sehr interessiert sind”, versicherte er. Die Einschätzung, dass es für einen erfolgreichen Abschluss allerdings nur wenig Hoffnung gebe, wies er entsprechend als „zu negativ” zurück. „Durch die Kündigungen, mit denen wir nicht länger warten konnten, um das Unternehmen nicht in die Insolvenz zu führen, können wir die Kosten drastisch senken”, sagte Roelofs. „Damit haben wir uns zunächst mehr Zeit gekauft. Wir bleiben damit in der Lage, unsere Lieferanten zu bezahlen.” Bis wann die Kontakte zu den Wettbewerbern aus Europa zu einem Ergebnis geführt werden sollen, ließ der Geschäftsführer offen. Dabei geht es insbesondere um die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Engineering. Ferner gehört zu dem restlichen „Paket” eine in Sittard montierte Pilotlinie für die Montage von fertigen Modulen. Pufin sei daran nicht interessiert, weil das Unternehmen auf eine andere Technologie setze. „Sie können unsere Linie nicht brauchen.”

Die Solland-Solar-Betriebsratsvorsitzende Suzanne Bouwer war am Mittwoch auf Nachfrage zu keiner Stellungnahme bereit.

Henk Roelofs verwies auf die insgesamt schwierigen Bedingungen für die Solarindustrie. In Deutschland knickten mit Solon und Solar Millenium bereits zwei Hersteller vor der harten Konkurrenz aus China ein.
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