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DGB-Umfrage: Jeder fünfte Lehrling mit Ausbildung unzufrieden

Von: Frank Bretschneider (ddp)
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Fast jeder fünfte Lehrling in Nordrhein-Westfalen ist nach einer Umfrage des DGB NRW unzufrieden mit der fachlichen Qualität seiner Ausbildung.

Nach dem am Dienstag in Düsseldorf vorgestellten DGB-Ausbildungsreport NRW 2009 bemängeln 23 Prozent der Auszubildenden vor allem zu viele Überstunden, schlechte Bezahlung und ausbildungsfremde Tätigkeiten. Besonders unzufrieden sind die Auszubildenden im Friseur-, Garten-, Lebensmittel- und Mediengewerbe.

Für den Report, den der DGB NRW jährlich erstellt, wurden im bevölkerungsreichsten Bundesland 2622 Auszubildende im Zeitraum September 2008 bis Mai 2009 befragt. Insgesamt machen laut Umfrage 40 Prozent der Auszubildenden regelmäßig Überstunden. Bei den Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk sind es sogar 76,7 Prozent, jeder zehnte leistet mehr als sechs Überstunden pro Woche. 13,1 Prozent rügen, dass sie „häufig” bis „immer” ausbildungsfremde Tätigkeiten machen müssen.

DGB-Landeschef Guntram Schneider kritisierte, noch immer würden viele Auszubildende lediglich als „billige Arbeitskraft” gesehen. Dafür spreche auch die Tatsache, dass nur rund ein Viertel der Lehrlinge mit einer Übernahme rechnen können. Die Arbeitgeber müssten deshalb mehr als bisher dafür Sorge tragen, dass die Jugendlichen optimal ihren künftigen Beruf erlernen könnten. Zugleich zeige eine Zufriedenheitsquote von 77 Prozent aber, das hochwertige Ausbildung möglich sei, fügte Schneider hinzu.

Laut der Umfrage sind angehende Bankkaufleute, Fachinformatiker, Mechatroniker sowie Industrie- und Bürokaufleute am zufriedensten mit ihrer Ausbildung. Bei der Zufriedenheit mit der Ausbildung spielt nach Feststellung des DGB auch die Firmengröße eine Rolle: Je größer der Betrieb, desto besser in der Regel die Ausbildung.

Der SPD-Fraktionsvize im Landtag, Rainer Schmeltzer, sprach von einem „Warnsignal”. Er fügte hinzu: „Wenn 40 Prozent aller Auszubildenden regelmäßig Überstunden machen müssen, hat das nichts mehr mit Ausbildung, sondern nur noch mit Ausbeutung zu tun.” Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) müsse besonderes Augenmerk auf den Schutz der Auszubildenden richten, statt „mit Allgemeinverbindlichkeitserklärungen die Öffentlichkeit zu blenden”.
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