Düsseldorf - Deutlich weniger Bauaufträge in NRW

Deutlich weniger Bauaufträge in NRW

Von: ddp
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Düsseldorf. Die Wirtschaftskrise schlägt auf die Bauwirtschaft in Nordrhein-Westfalen kräftig durch. In den ersten vier Monaten 2009 brachen die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe um ein Viertel auf einen Gesamtwert von knapp zwei Milliarden Euro ein.

Das geht aus der jüngsten Statistik der Baugewerblichen Verbände Nordrhein-Westfalens für Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten hervor.

Allein im umsatzstarken Wirtschaftsbau schrumpften die Auftragseingänge in den ersten vier Monaten 2009 um mehr als ein Drittel auf einen Gesamtwert von 908 Millionen Euro. „Das sind die zukünftigen Umsätze”, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Baugewerblichen Verbände in Nordrhein-Westfalen, Heinz Rittmann, am Montag in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Umsatz der rund 11.000 Betriebe des Bauhauptgewerbes mit ihren 112.000 Beschäftigten ging in den ersten vier Monaten 2009 um fast 14 Prozent auf gut 3,5 Milliarden Euro zurück. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes nahm die Bauproduktion im gleichen Zeitraum um 7,1 Prozent ab.

Zwar wurde im April ein Produktionsplus von 2,2 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres verzeichnet, wie das Landesamt am Montag mitteilte. Die Baugewerblichen Verbände führen dies aber darauf zurück, dass sich Arbeiten nach dem langen Winter aufgestaut hatten. Der Anstieg der Bauproduktion im öffentlichen Hochbau im Monat April um fast 20 Prozent sei durch die späteren Osterferien als im Vorjahr zu erklären - an Schulen werde in den Ferien gearbeitet. Das Konjunkturpaket sei nicht der Grund.

„Das Konjunkturpaket ist bislang noch nicht im Markt angekommen wie man das erhoffen und erwarten kann”, meinte Rittmann. Zum einen gebe es die Befürchtung, dass Kommunen zögerlich bei ihren ohnehin geplanten Baumaßnahmen seien und sich auf die zusätzlichen Investitionsgelder konzentrierten. Zum anderen sei Fachpersonal abgebaut worden, so dass zusätzliche Ausschreibungen nicht so schnell erfolgen könnten.

Hier könnten freie Ingenieurbüros bei den Ausschreibungen der Projekte helfen. Die Baugewerblichen Verbände rechnen mit einem vermehrten Start von Zusatzinvestitionen aus dem Konjunkturpaket im Sommer und Herbst 2009. Die Zahlungseingänge bei den Baufirmen seien dann im Herbst und Winter zu erwarten.

Nordrhein-Westfalen soll aus dem Konjunkturpaket II für 2009 und 2010 rund 2,84 Milliarden Euro Investitionsgelder erhalten. Davon sind rund 2,4 Milliarden Euro für die Kommunen vorgesehen. Die ersten Städte in NRW hatten laut Innenministerium Anfang Juni Gelder aus dem Konjunkturpaket erhalten. NRW liege damit im bundesweiten Vergleich weit vorn. Bis Anfang Juni hatten Kommunen 1044 Projekte im Volumen von 340 Millionen Euro angemeldet. Die Zahlen stiegen ständig.
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