Bildungszentren des TÜV Nord vor harten Einschnitten

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. In den Bildungszentren des TÜV Nord drohen harte Einschnitte. Von „finanzieller Schieflage” ist dabei die Rede, die eine Insolvenz nicht ausschließe.

Zum Hintergrund wird auf Kürzungen von Zuschüssen des Bundesarbeitsministeriums bei der Aus- und Weiterbildung verwiesen. Die in Essen ansässige Einrichtung ist auch in der Aachener Region mit acht Standorten vertreten: in Aachen, Alsdorf. Stolberg, Düren, Geilenkirchen, Heinsberg, Erkelenz und Hückelhoven zu finden.

Wie Irena Tsagurnis, Pressesprecherin der in Essen ansässigen TÜV Nord Bildung, am Freitag auf Anfrage bestätigte, werde derzeit über die Zukunft von etwa 450 der bundesweit insgesamt rund 1500 Arbeitsplätze in diesem Bereich diskutiert. Davon ist ein Großteil auf Honorarbasis beschäftigt.

Rund 400 Mitarbeiter verfügen nur über befristete Arbeitsverträge. Zu hören ist, dass etwa die Hälfte der insgesamt 40 Standorte zur Disposition gestellt werden und damit von einer Schließung bedroht sind. Zwischen Stolberg und Hückelhoven arbeiten rund 125 Mitarbeiter für TÜV Nord Bildung.

Wie weit die möglichen Kürzungen gehen könnten, ließ die Sprecherin noch offen, da die Entscheidungsprozesse nicht abgeschlossen seien. Für den 25. Mai ist eine Belegschaftsversammlung im Bildungszentrum Hückelhoven terminiert. In der kommenden Woche beschäftigen sich die Aufsichtsgremien mit den aktuellen Problemen.

Erst zum 1. Juli 2010 hatte die TÜV Nord Bildung auch in der Region die Einrichtungen der früheren Ruhrkohle AG übernommen. In den entsprechenden Vereinbarungen war eigentlich eine Bestandsgarantie für drei Jahre vereinbart worden. Dazu wollte indes Irene Tsagurnis keine Stellung nehmen,

Wie der Gesamtbetriebsrat in einer Information an die Mitarbeiter darlegt, würden „die Auswirkungen der Sparpolitik der öffentlichen Hand uns mit voller Wucht treffen”. Die Schwierigkeiten verschärften sich auch deswegen, „weil es dem Unternehmen trotz langjähriger besserer Erkenntnis nicht gelungen ist, das Firmenkundengeschäft in nennenswertem Umfang aufzubauen und mit einem angemessenen Vertriebssystem auszustatten”. Diese „Inkonsequenz”, heißt es weiter, „verbunden mit dem Ausbluten des Vertriebs, fällt uns jetzt voll auf die Füße”.

Die Arbeitnehmervertreter machen zudem klar, das neben Stellen- und Standortabbau aus Sicht der Geschäftsführung auch „eine deutliche Absenkung der Tariftabellen” zu befürchten sei, um die angestrebte Sanierung zum Erfolg zu führen. Gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern wird gefordert, einen Expertenkreis zur Aufstellung eines nachhaltigen Zukunftskonzepts zu bilden, da anderenfalls die „eingesammelten Geldmittel der Arbeitnehmer nur ein Tropfen auf den heißen Stein” seien.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert