alemannia logo frei Teaser Freisteller

Bei Cinram bis zu 500 Arbeitsplätze bedroht

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf. „Es gibt keinen Grund zur Panik!” Frank Hartwig, Geschäftsführer der Alsdorfer Cinram-Niederlassung, mahnte am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung zu Besonnenheit nach der Entscheidung des US-Konzerns Warner Home Video (WHV), den Produktionsauftrag für DVDs und Blu-rays über den 31. Juli hinaus nicht zu verlängern.

Damit endet eine über 26 Jahre alte Geschäftsbeziehung.

Erst vor Wochenfrist hatte die Warner-Spitze das Votum getroffen. Demnach wurden nicht nur der in Toronto ansässige kanadische Cinram-Konzern und seine europäischen Tochtergesellschaften in Deutschland (Alsdorf), Großbritannien und Frankreich von dieser Entscheidung des wichtigsten Kunden völlig überrascht und damit „kalt erwischt”.

Sogar die Verantwortlichen der Europa-Ländergesellschaften von Warner, aber auch des US-Ablegers von Technicolor in Polen, der die Aufträge übernehmen soll, seien in den Abwägungsprozess nicht einbezogen worden, weiß Hartwig.

Zwar war auch der Cinram-Chef im Frühjahr 2009 informiert worden, dass WHV offen eine Neuausschreibung des Millionenauftrags gestartet habe - und Cinram sich natürlich wieder darum beworben habe. „Beide Seiten stehen nun vor großen Herausforderungen”, verweist er auf Warner und Technicolor: „Niemand von ihnen hat einen Plan in der Schublade.”

Auf Nachfrage nannte Hartwig Gründe, die ihm für die Abkehr von Cinram genannt worden seien: Bei WHV habe „Unbehagen” über die finanzielle Situation bei Cinram geherrscht. In der Tat gebe es Verpflichtungen, die aber bereits deutlich reduziert worden seien. Eine weitere werde erst 2011 fällig.

Zudem sei auf den „Technikvorsprung” hingewiesen worden, den Technicolor „angeblich hat”: wegen der Möglichkeit, Blu-ray-Bilderspeicher für „3D-Filme” zu fertigen - künftiger Standard der Studios. Hartwig: „Wenn wir gefragt worden wären, hätten auch wir 3D wie gewünscht 2011 anbieten können. Bereits jetzt gebe es damit gute Erfahrungen.

Der Geschäftsführer machte klar, dass ein Verlust von 150 Millionen Scheiben - 38 Prozent des Volumens bei 300 Millionen Euro Gesamtumsatz - zu Einschnitten in Alsdorf führen werde. Bei einer Belegschaft von 1900 Mitarbeitern sei über rund 500 Kollegen zu reden, wobei überwiegend befristet Beschäftigte und Leiharbeiter betroffen seien, nur zu einem geringen Teil die Stammbelegschaft.

Hartwig ist zuversichtlich, einen Großteil der Aufträge, die verloren gehen, durch andere Kunden und neue Geschäftsfelder wettmachen zu können. Zudem werden im letzten Jahr aus Kapazitätsgründen ausgelagerte Produktionsaufträge für 28 Millionen Scheiben ins Haus zurückgeholt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert