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Bahn-Chef Grube gilt als stressresistenter Stratege

Von: dpa
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Grube zum neuen Bahnchef berufen
Werner Müller (l.), Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Bahn AG, begrüßt den bisherigen Daimler-Manager Rüdiger Grube in Essen. Grube ist vom DB-Aufsichtsrat als neuer Vorstandsvorsitzender berufen worden. Foto: dpa

Stuttgart. Der neue Bahnchef Rüdiger Grube (57) und sein Vorgänger Hartmut Mehdorn (66) sind alte Bekannte. Sie kennen sich aus einer gemeinsamen Zeit beim Flugzeugbauer Airbus in Hamburg - Mehdorn war von 1989 bis 1992 Vorsitzender der Geschäftsführung, Grube leitete sein Büro.

Grube ist trotz seiner langen Jahre bei Daimler nie ein ausgesprochener Automann geworden - er interessiert sich persönlich eher für neue Airbus-Modelle als für die neue E- Klasse. Der Vielflieger Grube gilt auch als ausgesprochen stressresistent, was ihm bei seiner Arbeit als Bahnchef zugute kommen dürfte.

Dass sein Vorstandsvertrag beim Stuttgarter Autokonzern ohnehin in einem Jahr ausläuft, dürfte Grube den Entschluss, bei der Bahn noch einmal durchzustarten, erleichtert haben.

Denn obwohl seine Arbeit als Konzernstratege in Stuttgart als erfolgreich gilt, war eine Verlängerung des Vertrages nicht sicher. Daimler-Boss Dieter Zetsche könnte 2010 den Vorstand, den er in Teilen noch von seinem Vorgänger Jürgen Schrempp übernommen hatte, umbauen und verjüngen, wird in Branchenkreisen spekuliert.

Begonnen hatte Grubes Karriere beim Luft- und Raumfahrtunternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm MBB. Der gebürtige Hamburger wurde dann vom Dasa- und späteren Daimler-Chef Jürgen Schrempp gefördert. Folgerichtig führte ihn sein Weg einige Jahre später zu Daimler-Benz nach Stuttgart.

Nach einem Intermezzo in der mittelständischen Wirtschaft Ende der 90er Jahre wechselte Grube als Chef der Konzernstrategie wieder zum Autobauer. Aber die Luftfahrt ließ ihn nicht los. Zuletzt wurde er 2007 alleiniger Vorsitzender des Verwaltungsrates beim Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, bei dem Daimler einer der Großaktionäre ist.

Grube sieht sich selbst als „hanseatischen Kaufmann” - sprich, er bevorzugt Offenheit und Klarheit, was ihm nach Ansicht von Beobachtern auch den Job als DaimlerChrysler-Vorstand gerettet haben dürfte. Als Unternehmensstratege musste Grube Schrempps letztlich nicht geglückte Pläne von der Chrysler-Fusion bis zum Einstieg in Japan in die Praxis umsetzen.

Als Schrempp 2005 das Handtuch warf, galt Grube bei nicht wenigen Experten als erster Kandidat für eine Ablösung. Doch der neue Chef Zetsche erkannte die Fähigkeiten Grubes an, was sich in der vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2010 zeigte.

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