Nürnberg - Autozulieferer Leoni will zurück in die Erfolgsspur

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Autozulieferer Leoni will zurück in die Erfolgsspur

Von: dpa
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Nürnberg. Der Autozulieferer Leoni will nach einem Umsatzeinbruch und hohen Verlusten in die Erfolgsspur zurückkehren. Mit Milliardenaufträgen aus der Autoindustrie im Rücken erwartet der Kabel- und Bordnetzspezialist in diesem Jahr eine Umsatzsteigerung um rund zehn Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll mindestens 50 Millionen Euro betragen und zu einem leicht positiven Jahresüberschuss führen. 2011 sollen sich Umsatz und Ertrag weiter deutlich verbessern, wie Vorstandschef Klaus Probst am Mittwoch in Nürnberg ankündigte.

Das erste Quartal 2010 sei mit einem Umsatzplus von 25 bis 30 Prozent gut angelaufen, sagte Probst. „Die Krise war auch eine Chance.” 2009 brach der Umsatz um ein Viertel auf 2,16 Milliarden Euro ein, Leoni erzielte ein negatives EBIT von 116,3 Millionen Euro und einen Jahresfehlbetrag von 138,1 Millionen Euro - das schlechteste Ergebnis in der Firmengeschichte. Die Aktionäre dürfen für 2009 deshalb auch keine Dividende erwarten.

Das Unternehmen reagierte mit einem radikalen Sparkurs, strich 9000 von 53.500 Stellen und reduzierte die Kosten um 200 Millionen Euro. Mittlerweile wurden 5000 Jobs wieder neu aufgebaut. Dabei konzentriert sich der Zulieferer auf Billiglohnländer. In Deutschland hat er nur noch 3800 Beschäftigte (minus 465) und wird weitere 150 Stellen streichen, nachdem ein Kabelgeschäft mit Airbus wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen geplatzt ist. Dagegen arbeiten in Osteuropa 17.000 und in Nordafrika über 20.000 Menschen für Leoni.

Der Automarkt sei wieder deutlich stabiler geworden, sagte Vorstandsmitglied Uwe Lamann. Im Orderbuch stehen Aufträge über neun Milliarden Euro unter anderem von Porsche, Mercedes, BWM, VW und Peugeot. Zwei Drittel der Umsätze hängen von der Automobilindustrie ab. Wachstumschancen sieht Lamann vor allem in Russland, China und Indien. Auch auf die Elektromobilität sei Leoni gut vorbereitet. Das Marktpotenzial mit Bordnetzen für Elektroautos liege im dreistelligen Millionenbereich.

Die Durchsuchung mehrerer Leoni-Standorte wegen des Verdachts auf einen Kartellverstoß wollte Vorstandschef Probst nicht kommentieren. Die EU-Wettbewerbshüter verdächtigen mehrere Autozulieferer in Europa der illegalen Preisabsprache. Die Untersuchungen stünden ganz am Beginn und könnte einige Jahre dauern, sagte Probst. „Wir kooperieren voll mit den Behörden.”

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