Auf dem Weg zum Innovationsland Nr. 1

Von: Hermann-Josef Delonge
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Düsseldorf. Die gedruckten gut 70 Seiten kommen eher unscheinbar im DIN A 4-Format daher, bergen aber eine ganze Menge an Informationen, die für viele Unternehmen mehr und mehr unverzichtbar werden.

Denn die viel zitierten „Innovationen” der Wissenschaftler können nur dann in den derzeit oft arg strapazierten Bilanzen mancher Firmen positiv zu Buche schlagen, wenn sie umgesetzt werden und so in die Wertschöpfung gelangen können. Grundvoraussetzung dafür: Forscher und Unternehmer müssen zueinander finden. Das war in der Vergangenheit und ist teilweise heute immer noch so. Da gab und gibt es Schwellenängste und Missverständnisse.

Um das zu vermeiden, haben die Industrie- und Handelskammern von Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein im Juni mit der „Aachener Erklärung” den „Forschungsdialog Rheinland initiiert. Ein erstes Resultat ist das am Freitag in Düsseldorf vorgestellte, eben gut 70 Seiten starke Forschungshandbuch Rheinland. Es nennt Ansprechpartner in Wissenschaft und Forschung sowie bei den IHK-Innovationsberatungsstellen und führt weitere Institute auf, die mit der Industrie zusammenarbeiten.

Federführung bei IHK Aachen

Federführend bei der Erstellung des Handbuchs war die IHK Aachen. Deren Präsident Bert Wirtz betonte am Freitag, dass das Rheinland die - gemessen an den Drittmitteln - forschungsstärkste Region Deutschlands sei, noch vor den Forschungs- und Ballungszentren Berlin und München. Und: „Die rheinische Wirtschaft trägt nach einer Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft im bundesweiten Vergleich den höchsten Eigenanteil an den Forschungs- und Entwicklungsausgaben.” Die Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperationen seien also glänzend gegeben.

„Wissen ist der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung gerade eines rohstoffarmen Landes,” strich Michael Stückradt, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Innovation, Forschung und Technologie, heraus. Seine klare Ansage: „NRW soll Innovationsland Nr. 1 in Deutschland werden.”

Für die Forschungseinrichtungen des Rheinlands sprach RWTH-Rektor Prof. Ernst Schmachtenberg. Die Stärke des Standorts sei kein Zufall, sondern Resultat eines systematischen Prozesses, der der Fortsetzung und Intensivierung bedürfe. Mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung von 2,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und 5,7 Mitarbeitern pro tausend Einwohner in Forschung und Entwicklung sei das Rheinland mit großem Abstand die führende Innovationsregion in NRW, unterstrich der Rektor.

Innovation sei dabei mehr als Technologietransfer, mehr als Forschung an Hochschulen, die in die Wirtschaft einfließe. Innovation beinhalte den Dialog und das Formulieren der konkreten Wünsche von Seiten der Unternehmen.

Die gedruckte Version des Handbuchs soll der erste Schritt sein. Eine ständig aktualisierte und damit der Dynamik angepasste Version ist im neuen Jahr geplant.
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