Atec: Mit viel Energie zur eigenen Idee

Von: Mischa Wyboris
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Bieten Gründern Perspektiven: Professor Norbert Walter (links) und Atec-Initiator Professor Malte Brettel. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das Bild der „Energielandschaft 2050”, das Stephan Lehrke von der „Boston Consulting Group” mittels Beamer an die Wand geworfen hat, sieht verlockend aus: grüne Wiese, blauer Himmel, rosige Zukunft.

Photovoltaikanlagen und Windkraftparks haben konventionelle Kraftwerke in den Hintergrund gedrängt, Elektro-Autos befahren die Straßen. Überzogen oder überzeugend? Davon sollen sich rund 300 Studenten bei der vierten Atec, der Aachen Technology Entrepreneurship Conference, ein Bild machen - und im Optimalfall entdecken, wo sie künftig unternehmerisch tätig sein wollen.

Bei der vom Gründerzentrum der RWTH Aachen unter der Leitung von Professor Malte Brettel organisierten Veranstaltung im SuperC diskutieren Experten am Donnerstag mit Studenten über Trends bei Energie, Mobil- und Nanotechnologie; hier können Doktoranden Arbeitgeber finden und junge Unternehmer Investoren treffen. Markus Marnett hat es bereits geschafft.

Der Doktorand an der TH hat das Unternehmen „Eovent” gegründet. Seitdem tut sich Neues auf am Horizont: Vertikale Windkraftanlagen bereichern den Marktsektor der regenerativen Energien und erlauben 20 Prozent an Kosteneinsparungen bei der Produktion.

Auch die Vorträge der anderen Energie-Experten werden mit Spannung erwartet. „Es gibt im Auto die Tendenz, sich immer mehr der Technik auszuliefern. Übetragen aufs Haus, tun sich große Möglichkeiten auf”, sagt Norbert Verweyen, Geschäftsführer der „RWE Effizienz GmbH”. Die Firma will noch in diesem Winter ein System auf den Markt bringen, das es erlaubt, den Energiebedarf im Haus aus der Ferne per Handy oder PC zu steuern. Auch will RWE bundesweit bald 1000 neue Ladesäulen für Elektro-Autos installieren.

Laut Professor Albert Moser vom RWTH-Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft sollen E-Mobile im Jahr 2020 an Fahrt gewinnen. Er weist allerdings auch auf die Folgen hin, die die Klimaschutzziele der EU zur Folge haben: „2020 ist in energiewirtschaftlichen Dimensionen schon morgen”, sagt Moser über die Vorgabe, in den nächsten zehn Jahren 20 Prozent CO2 einzusparen.

Er warnt: „Die Integration erneuerbarer Energien stellt die Energieversorgung vor große Herausforderungen.” Man müsse sich auf Schwankungen bei Preisen und Versorgung einstellen. Stephan Lehrke sieht dabei „gute Chancen für junge Unternehmer, die Zukunft dezentralisierter Energieversorgung mitzugestalten”.

Am besten mit einer ganz neuen Mentalität, mahnt am Abend Gastredner Professor Norbert Walter, Chefvolkswirt a.D. der Deutschen Bank: „Deutsche sind Erfinder und Produzenten, aber keine Verkäufer.”
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