Aachen/Düren - Arbeitsmarkt in der Region knickt nur leicht ein

Arbeitsmarkt in der Region knickt nur leicht ein

Von: Kö/dpa
Letzte Aktualisierung:
arbeit januar
Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Region Aachen.

Aachen/Düren. Als relativ robust hat sich im Dezember der Arbeitsmarkt in der Region erwiesen. Trotz der verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieb der befürchtete hohe Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich der Agenturen für Arbeit in Aachen und Düren aus.

In beiden Bezirken nahm die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat jeweils nur um 0,1 Prozentpunkte zu.

Im Aachener Bezirk waren bei einer Arbeitslosenquote von 8,7 Prozent 34.622 Personen ohne Arbeit. Das waren vier Prozent mehr als im Dezember 2008. Damit wurde eine sieben Monate dauernde Serie mit rückläufigen Arbeitslosenzahlen gestoppt. „Der geringe Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Jahresende ist ein erfreuliches Indiz für die stabile Lage des Arbeitsmarktes im Bezirk Aachen. Dies war nicht unbedingt zu erwarten”, so Agenturleiter Matthias Kaschte.

Auffallend ist im Bezirk Aachen die hohe Zahl arbeitsloser Jugendlicher unter 25 Jahren. Mit 3589 liegt sie um 294 höher als im Vorjahr. Entspannt hat sich dagegen die Lage auf dem Ausbildungsmarkt Zum Jahresende meldet die Agentur noch 44 Jugendliche, die keine Lehrstelle gefunden haben.

Bei einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent waren im Bezirk Düren 10.738 Personen ohne Arbeit. Das waren 9,3 Prozent mehr als im Dezember 2008. Im Jahresdurchschnit lag die Arbeitslosenquote bei 8,3 Prozent - 2008 waren es 7,7 ProzentMit Blick auf das Jahr 2010 gibt sich der Geschäftsführer der Agentur, Harald Küst, pessimistisch: „Wir stellen uns auf einen kräftigen Schub bei der Arbeitslosigkeit ein. Anhaltende Unterauslastung und Strukturanpassungen können bis zu einem Fünftel der Arbeitsplätze in Frage stellen.”

Um zwölf Prozent auf 1309 Personen hat im Bezirk Düren die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 25 Jahren im Dezember gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Auch der seit April 2009 anhaltende Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Personen über 50 Jahren wurde gestoppt. Im Dezember waren 2457 Ältere arbeitslos, 0,8 Prozent mehr als im Vormonat. Auf hohem Niveau blieb die Arbeitskräftenachfrage: Gegenüber November nahm die Zahl der offenen Stellen um 6,8 Prozent auf 658 zu.

Weiter zugenommen hat nach ersten Erkenntnissen die Kurzarbeit: Im Bezirk Düren kam es zu 26 Meldungen für 882 Arbeitnehmer. Im November waren es 19 Betriebe mit 287 Mitarbeitern.

Auch im Aachener Bezirk griffen viele zum Instrument der Kurzarbeit: Von 63 Betrieben mit 1233 Mitarbeitern wurden Anträge gestellt.

Im Gesamtjahr haben 1165 Betriebe für 20.760 Personen Kurzarbeit angezeigt.

Die Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen wird nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit in den ersten Monaten des neuen Jahres deutlich ansteigen. „Januar und Februar sind immer kritische Monate”, sagte der Sprecher der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen, Werner Marquis, am Dienstag in Düsseldorf.

Wie im Vorjahr werde eine Zunahme um etwa 70.000 Betroffene in diesem Zeitraum erwartet. Die großen Fragen seien, wie stark der übliche Frühjahrsaufschwung den Arbeitsmarkt belebe oder ob er ausfalle. Für 2010 werde ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt um etwa zehn Prozent auf 880.000 Frauen und Männer vorhergesagt.

Im Dezember stieg die Arbeitslosenzahl nur leicht um 2280 auf rund 779.870. Die Arbeitslosenquote nahm ebenfalls leicht von 8,6 Prozent auf 8,7 Prozent zu. Die Kurzarbeit habe einen stärkeren Anstieg verhindert. Im Vergleich zum Dezember 2008 waren 53.875 mehr Jobsuchende registriert.

Die Arbeitslosenquote betrug damals 8,1 Prozent. „Die moderate Entwicklung zum Jahresende darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Arbeitsmarkt ein schwieriges Jahr 2010 bevorsteht”, erklärte Christiane Schönefeld, Leiterin der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. 2009 waren im Schnitt 802.420 Frauen und Männer in NRW arbeitslos - 5,6 Prozent mehr als 2008. Die Arbeitslosigkeit junger Menschen unter 25 Jahren stieg überdurchschnittlich um über 16 Prozent auf 85.200.

Wechsel an der Spitze der Aachener Agentur für Arbeit

Matthias Kaschte verlässt nach einjähriger Tätigkeit an der Spitze der Agentur für Arbeit Mitte Januar seinen Arbeitsplatz in Aachen und wechselt zur Regionaldirektion Niedersachsen der Agentur in Hannover.

Gabriele Hilger kehrt zum 1. April wieder in ihre alte Position an der Spitze der Aachener Agentur für Arbeit zurück, nachdem das befristete Projekt im Bereich Personalwirtschaft und Personalrecht in der Nürnberger Zentrale der Agentur beendet ist. Das wurde am Dienstag in Aachen bekannt.

In der Zwischenzeit wird die Aachener Agentur von Claudia Steinhardt, Geschäftsführerin operativ, geleitet.
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