AC²-Wettbewerb: Protemics und Adapton im Kurzporträt

Von: Jan Mönch
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Stolze Preisträger: Simon Sawallich, Michael Nagel, Ali Safiei, Christopher Matheisen und Marcel Meuer (von links) von „Protemics“ haben sich bei „AC²“ in der Kategorie „Gründung“ durchgesetzt. Adapton-Vorstand Ralf Weber (rechtes Bild) hingegen freut sich über seine Trophäe in der Kategorie „Wachstum“. Foto: Michael Jaspers
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Stolze Preisträger: Simon Sawallich, Michael Nagel, Ali Safiei, Christopher Matheisen und Marcel Meuer (von links) von „Protemics“ haben sich bei „AC²“ in der Kategorie „Gründung“ durchgesetzt. Adapton-Vorstand Ralf Weber (rechtes Bild) hingegen freut sich über seine Trophäe in der Kategorie „Wachstum“. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ralf Weber ist schon da, wo das Team von Protemics hin will: Mit der Adapton AG hat der Diplom-Ingenieur sich auf dem Markt etabliert, beschäftigt als Vorstand sechs fest angestellte Mitarbeiter. Eine Gemeinsamkeit haben die beiden Unternehmen: Sie wurden jetzt im Wettbewerb der „AC²-Initiative“ ausgezeichnet. Und zwar ganz dem jeweiligen Status entsprechend: Adapton in der Kategorie „Wachstum“, Protemics in der Kategorie „Gründung“.

Protemics

Die Fakten: Zur Stunde ist Protemics noch Zukunftsmusik – allerdings bereits recht genau durchkomponiert. Nachdem sich Michael Nagel, Christopher Matheisen, Marcel Meuer, Ali Safiei und Simon Sawallich am Gründerzentrum der RWTH zusammengefunden haben, wollen sie sich noch in diesem Jahr Unternehmer nennen können – und zuvorderst auf dem Gebiet der Halbleitertechnik in Erscheinung treten.

 

Die Marktlücke: Will man etwa einen Mikroprozessor auf Fehler überprüfen, war dies bislang in der Regel erst am fertigen Produkt möglich, erklärt Michael Nagel. Das heißt: Unter Umständen musste das Produkt wieder zerstört werden, um einem Problem auf den Grund zu gehen. Das muss nicht sein, weiß das Quintett – und bietet demnächst ein Verfahren an, dass eine frühzeitige, „zerstörungsfreie“ Fehlersuche ermöglicht. Als Alleinstellungsmerkmal betrachten die angehenden Gründer eine patentierte Messspitzentechnologie, die mit Hilfe von Terahertzsignalen Mikrostrukturen untersucht.

 

Der Stand der Dinge: Die Gründung des Unternehmens steht im September an, etwa im Februar kommenden Jahres will man bereits am Markt agieren.

 

Die Perspektive: In drei Jahren will das Team auf dem Markt Fuß gefasst haben und auf eine feste Kundenbasis zurückgreifen können.

 

Der Rat an andere Gründer: Ein Schlüsselbegriff lautet für das Team „Interdisziplinarität“. Dementsprechend haben Nagel, Matheisen und Sawallich sich Technik und Wissenschaft verschrieben, während Safiei zwar in einem technischen Fach promoviert hat, aber darüber hinaus einen kaufmännischen Hintergrund mitbringt. Meuer schließlich hat eine betriebswirtschaftliche Ausbildung genossen. Er ist überzeugt: „Forscher haben Spaß am Forschen, stehen aber im schlechtesten Fall nachher mit einem Produkt da, das der Markt gar nicht braucht.“ Hier sei seine Zunft gefragt. Das beste Beispiel dafür, wie es laufen kann, sieht er im Internetkonzern Google: Dessen Gründer, Larry Page und Sergey Brin, holten seinerzeit frühzeitig den Finanzprofi Eric Schmidt an Bord.

Adapton

Die Fakten: Die 2006 gegründete Adapton AG mit Sitz in Aachen bietet großen Verbrauchern die Optimierung ihres Energieeinsatzes an. Neben sechs Festangestellten werden drei Freiberufler sowie mehrere Studenten beschäftigt. Zu den Kunden zählen vor allen Dingen Vertreter aus Industrie und Gewerbe, aber auch Kommunen.

 

Die Marktlücke: „Mir war damals schon klar, dass Energie das Thema der Zukunft ist“, erzählt Ralf Weber von der Zeit vor der Gründung. Damals sei der Posten bei seiner Zielgruppe „meist unter ferner liefen“ abgehandelt worden. Dabei zeige sich immer wieder, dass häufig schon relativ einfache Maßnahmen ausreichen, die Energiekosten spürbar zu senken. Beispielsweise erinnert Weber sich an ein Krankenhaus, dem Adapton ohne große Investition zu Einsparungen im sechsstelligen Bereich verholfen habe. Weber: „Oft ist die vorhandene Technik gut, wird aber falsch eingesetzt.“

 

Der Stand der Dinge: Die Auszeichnung von AC² hat Adapton auch für die Software „emson“ erhalten. „Damit machen wir Energiekosten transparent und bringen den Kunden in Sachen Energieeffizienz auf Vordermann“, sagt Weber stolz. Auf Wunsch überwacht „emson“ die weiteren Verbrauchsdaten rund um die Uhr. Zeigen sich Ausschläge nach oben, wird dies im Hause Adapton quasi in Echtzeit registriert – und Maßnahmen ergriffen.

 

Die Perspektive: Auch hier liegt der Fokus vor allem auf „emson“. Nach erfolgreicher Testphase will Ralf Weber das Programm nun auf dem Markt einführen und damit zusätzlich „zum Dienstleister für andere Energieberater werden“. Er geht die Sache durchaus selbstbewusst an: In den kommenden vier Jahr soll die Belegschaft sich auf 18 Festangestellte verdreifachen.

 

Der Rat an andere Gründer: „Gegründet hat man schnell, aber Wachstum will gelernt sein“, sagt Weber. Die Schritte dorthin sollten immer so klein sein, „dass man sie auch tatsächlich gehen kann“. Auch dürfe man nicht den Fehler machen, vor dem Schritt auf den Markt die Finanzierung weniger sorgfältig zu planen als die eigentliche Idee.

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