Aachen - Aachener Werkzeugbau Akademie bietet Schulung und Austausch

Aachener Werkzeugbau Akademie bietet Schulung und Austausch

Von: A.B.
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Was der deutsche Werkzeugbau jetzt braucht: Die Aachener Werkzeugbau Akademie (WBA) hats. Das ist die selbstbewusste Botschaft, die das in die RWTH eingebettete Aus- und Weiterbildungsunternehmen der überwiegend mittelständischen Branche zuruft.

Rund drei Dutzend Firmen sind schon Partner, die regionale Wirtschaft hält sich noch zurück.

Auch die relativ kleine, aber feine Branche Werkzeugbau - 5700 Betriebe mit 70.000 Beschäftigten - hat derzeit einer ganzen Reihe von Herausforderungen zu begegnen: Globaler Wettbewerbsdruck, Innovationzwang des Hochlohnlands Deutschland gegenüber östlicher Billigproduktion, rapide zunehmender Fachkräftemangel und Qualifizierungsdefizite. Und all dies im Rahmen eines epochalen technologischen Wandels von handwerklicher zu industrieller Produktionsweise.

Fragen also, die wie dazu gemacht sind, von den Ingenieuren der RWTH bearbeitet zu werden. „Dann gründen wir mal eine Weiterbildungsakademie”, gab Prof. Günther Schuh, Direktor des Werkzeugmaschinenlabors und Chef-Organisator des Aachen Campus, vor zwei Jahren in Auftrag. In einem intensiven Dialog mit Unternehmen ist seither ein Aus- und Weiterbildungsprogramm enstanden, das im Wesentlichen diese Erfordernisse bedienen soll: den Unternehmen schnellen Zugang zur Forschung zu gestatten, ihre Mitarbeiter auf allen Ebenen schulen zu lassen und sich untereinander austauschen zu können.

In zwei Jahren auf den Campus

Am Donnerstag wurde das Programm von Schuh und dem Geschäftsführer der WBA, Wolfgang Boos, in den vorläufigen Räumen der WBA in einem alten Industrieareal an der Karl-Friedrich-Straße in Aachen-Laurensberg vorgestellt. In zwei Jahren soll die Akademie auf den Campus Melaten umziehen und dort Teil des Clusters Produktionstechnik werden. Aus- und Weiterbildung sind berufsbegleitend in Modulen strukturiert und reichen bis hin zu einem Masterstudiengang, der mit der Möglichkeit zur Promotion abschließt. „Wir unterstützen den Mittelstand wo wir können, um ihn bei dem Paradigmenwechsel vom Handwerk zur Industrie zu begleiten”, sagte Boos.

Wie sehr sich dieser Wandel schon vollzogen hat und wie groß der Bedarf an Ausbildung ist, erhellten die Einblicke, die einige Werkzeugbau-Verantwortliche größerer Unternehmen in die heutige Produktionsweise gaben. Junge Leute müssten „möglichst schnell erfahren gemacht” werden, weil die meisten Kollegen mit tatsächlich langer Berufserfahrung vor der Rente stünhen. Solide Kenntnisse des Handwerks reichen längst nicht mehr. Der Werkzeugbauer von heute „muss sich um Prozesse kümmern”, und - ganz unhandwerklich - in Takten arbeiten können, so Herbert Johann von ZF Friedrichshafen: „Das muss man in die Köpfe kriegen.” Ob das denn die Mitarbeiter nicht auch überfordere? „Doch, ja”, räumte Johann ohne Umschweife ein, „Überlastung und Burn-out” seien permanent Thema. Man versuche, dies mit Auszeiten, Freizeit- und Sportangeboten auszugleichen.

Noch etwas Mühe hat die WBA derweil, die regionale Wirtschaft für ihr Angebot zu begeistern. Wolfgang Boos: „Das ist noch überschaubar.” Zwei Unternehmen seien aber schon „sehr interessiert”.
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