Aachener Region koppelt sich vom Bundestrend ab

Von: Kö
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Aachen/Düren/Düsseldorf. Von einer Frühjahrsbelebung in der Region kann keine Rede sein: Auch in NRW hat sich der Arbeitsmarkt im April deutlich schlechter entwickelt als im Bundesgebiet.

Während die Zahl der Arbeitslosen hier seit März um knapp 15.000 stieg, nahm sie insgesamt in Deutschland um 1000 ab.

Für den Bereich der Agentur für Arbeit Aachen ergibt sich dieses Bild: Mit einem Anstieg um 852 Personen bewegte sich in Aachen die Steigerung knapp über dem Vorjahresniveau.

Nach Jahren mit rückläufigen Werten liegt die Zahl der Arbeitslosen erstmals wieder 1038 über der des Vorjahres. Insgesamt waren im Aachener Bezirk 38856 Personen als arbeitslos gemeldet. Die Quote legte um 0,2 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent zu.

„Die Entlassungen und die nachfolgenden Arbeitslosmeldungen nahmen spürbar zu”, stellte Matthias Kaschte, Leiter der Aachener Agentur für Arbeit, fest. Sie lagen im April mit 12445 um 30 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Auch im Agenturbezirk Düren ist die Arbeitslosigkeit im April zum fünften Mal in Folge angestiegen. Insgesamt waren 11277 Personen ohne Arbeit. Das sind 181 mehr als im März. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote in Düren noch bei acht Prozent.

„Von der Auftragsflaute sind in der Region besonders die Branchen Fahrzeug- und Maschinenbau, Transport und Logistik sowie das Papier- und Textilgewerbe betroffen”, stellte der Geschäftsführer der Dürener Agentur, Harald Küst, fest. „Auch wenn in einigen Betrieben erste Entlassungen anstehen, so scheuen die meisten Unternehmen vor einem großen Beschäftigtenabbau zurück: Sie wollen im Aufschwung nicht erst mühsam nach den raren Fachkräften suchen.”

Im Bereich beider Agenturen griffen viele Firmen auf das Instrument der Kurzarbeit zurück, um ihr Fachpersonal zu halten. Bis zum 27. April zeigten 153 Unternehmen für 1923 Personen Kurzarbeit an. Für den Gesamtmonat rechnet Kaschte mit 180 Anzeigen für rund 2300 Personen. Als „vorsichtiges Anzeichen einer Stabilisierung” wertet Küst den Rückgang der angezeigten Kurzarbeit in Düren. Während im März 64 Unternehmen kurzarbeiten wollten, waren es im April nur 38.

Die Zahl der Arbeitslosen in NRW ist im April im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent auf 821.500 Menschen gestiegen. Laut Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit betrug die Arbeitslosenquote im April 9,2 Prozent und lag damit höher als im März (9,0 Prozent). Im April 2008 hatte die Arbeitslosenquote 8,7 Prozent betragen.

Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit anmelden, nimmt den Angaben zufolge unterdessen weiter zu. Von Oktober 2008 bis März 2009 gingen bei den Agenturen des Bezirks der Regionaldirektion Kurzarbeiter-Anträge von 13.670 Betrieben für rund 439.180 Personen ein.

Wie viele davon tatsächlich kurzgearbeitet haben, sei noch unbekannt. Im Dezember 2008 waren es den Angaben zufolge 1630 Betriebe mit rund 48530 Personen, die kurzgearbeitet haben.

Drei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahres sind noch fast 105.000 Jugendliche in NRW auf der Suche nach einer Lehrstelle. Das seien zwar 7800 weniger als im Vorjahr, sagte die Leiterin der Regionaldirektion NRW, Christiane Schönefeld.

Trotzdem kämen rechnerisch immer noch zwei Jugendliche auf einen freien Platz. Am begehrtesten seien Lehrstellen im Einzelhandel, im Büro und für medizinische Fachangestellte. 30 Prozent der Berufswünsche konzentrierten sich auf diese Bereiche. Besonders gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz böten derzeit noch Handel, Dienstleistungen und Gastronomie.
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