Aachener Casino verliert Millionen Euro

Von: Robert Esser
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Aachen / Spielcasino
Spielcasino unter Druck: Im vergangenen Jahr gingen die Einnahmen an der Monheimsallee um 20 Prozent zurück. Foto: Jaspers

Aachen. Innerhalb eines Jahres ist das Bruttospielergebnis des Aachener Casinos dem Vernehmen nach um 20 Prozent eingebrochen: von 11,2 Millionen im Jahr 2008 auf 9 Millionen Euro 2009.

Das Spielcasino Aachen verzeichnet schon länger schwindende Erlöse und Gästezahlen, weshalb die Aufgabe des Standorts und ein Umzug nach Köln vom Betreiber Westspiel in Erwägung gezogen wird.

Die Duisburger Westspiel-Gruppe teilte am Mittwoch mit, dass ihre elf Glückstempel in Deutschland - wie schon 2008 - einen Ertragsverlust von rund 22 Prozent eingefahren haben. „Die Zahlen sind ernüchternd”, wird Geschäftsführer Horst Jann zitiert. Neben der Wirtschaftskrise macht der Westspiel-Chef Rauchverbot, Identitätskontrollen in Automatencasinos und Werbeeinschränkungen für die sinkenden Erlöse und an manchen Dependancen steigenden Verluste verantwortlich.

In Aachen steht die Zukunft von 150 Spielbank-Mitarbeitern zur Debatte. Der Betriebsratsvorsitzende Peter Nolden betonte am Mittwoch, dass die Besucherzahlen mit 82.000 Gästen im klassischen Spiel ungewöhnlich stabil seien. „Dies ist sicherlich auch eine Folge der sehr erfolgreichen Pokerturniere”, sagte er. Die Besucherzahlen im Automatencasino seien allerdings - wie in ganz Deutschland - rückläufig. „Die Konkurrenz der gewerblichen Automatenanbieter ist erdrückend”, erklärte er.

Die befürchtete Aufgabe des Standorts Aachen ist frühestens Ende 2012 möglich, weil mit einer Kündigung zum Jahresende eine zweijährige Frist beginnen würde. Die Entscheidung über eine mögliche Konzessionsrückgabe trifft die Landesregierung in Düsseldorf - frühestens nach der NRW-Wahl.
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