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4,5 Millionen Euro und ein „Aufpasser“ für den MAA

Von: Berthold Strauch
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Maastricht. Das Parlament von Limburg hat die Finanzspritze für den angeschlagenen Flughafens Maastricht Aachen Airport (MAA) mit einer breiten politischen Mehrheit von 42 gegen fünf Stimmen beschlossen. Die Betreiber erhalten damit grünes Licht für eine Überbrückungshilfe von 4,5 Millionen Euro bis zum Juli 2014.

Ohne das Geld der Provinz, so Egbert Hanssen, Sprecher von Wirtschaftsminister Twan Beurs-kens, gegenüber unserer Zeitung, hätte spätestens im August die Insolvenz und damit die endgültige Bruchlandung der Flughafens gedroht. Wie berichtet, hatten insbesondere die schlechten Umsatzzahlen bei der Luftfracht dessen Bilanz verhagelt.

Mit dem Millionenzuschuss übernimmt die Provinz die Kosten von im Grunde öffentlichen Aufgaben, ohne die der Airport nicht weiter betrieben werden könnte: von Zollfunktionen und der Feuerwehr bis zur Polizei. In anderen Ländern sei dafür der Staat zuständig, fügte Hanssen an. Doch der MAA habe diese hoheitlichen Aufwendungen bislang selber tragen müssen – auch mit Blick auf befürchtete Einwände der EU-Kommission wegen unzulässiger Subventionen.

Wie Minister Beurskens in der politischen Debatte darlegte, halte er die weitere Existenz des Flughafens für entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung Südlimburgs. Dem widersprachen Politiker der Fraktionen D66 und der Grünen. Dabei wurde auch auf den benachbarten Airport im belgischen Lüttich als Alternative verwiesen.

Beurskens machte auch deutlich, dass sich andere Flughäfen spezialisiert hätten – der im niederländischen Eindhoven auf Passagiere und der in Lüttich auf Fracht. Demgegenüber setze der MAA auf beide Geschäftszweige. Zudem beschäftigte sich dessen Betreibergesellschaft auch noch mit dem Verwalten und Verkauf von Gewerbegrundstücken und Immobilien am Rande des Flughafens. Vielleicht liege in der Konzentration der Aufgaben eine Lösung. Wie berichtet, hatte MAA-Direktor Sander Heijmans selbst auf Nachfrage einen Einstieg der Provinz in diesen „Business-Park“ ins Gespräch gebracht.

Heijmans und Vorstandschef Jan Tindemans haben mit der Entscheidung des Parlaments nun nicht mehr allein das Sagen auf dem Airport. Laut Beurskens soll ihnen ein von der Provinz entsandter Manager zur Seite gestellt werden, der noch nicht benannt sei. Dieser Fachmann, der nicht aus der Provinzverwaltung kommen solle, müsse auf den gewährten Zuschuss „aufpassen“, sagte Beurskens‘ Sprecher Hanssen. Parallel läuft die Suche nach möglichen neuen Investoren aus ganz Europa, die auf dem MAA einsteigen und damit die Anteile des britischen Eigentümers Omniport übernehmen könnten. Minister Beurskens bleibe „weiter kritisch: Er will den Flughafen nicht um jeden Preis erhalten. Wir geben dem MAA keine Carte blanche“ – also keine unbeschränkte Handlungsvollmacht, betonte Hanssen. Wenn sich in einem Jahr herausstelle, dass dem Airport „nicht zu helfen ist“, müsse auch eine Schließung geprüft werden. Aber aus heutiger Sicht gebe es „eine Überlebenschance“.

MAA-Direktor Heijmans zeigte sich auf Nachfrage unserer Zeitung mit der Entscheidung der Provinz sehr zufrieden. Er finde es „völlig in Ordnung“, dass sie ihm einen Manager zur Seite stellen wolle.

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