AKV: Die Guttenbergs sind längst kein Thema mehr
Von Georg Dünnwald
Aber wie stets bei Generalproben waren Tanzmarie Jennifer Deerberg und Tanzoffizier Elmar Bosold nicht dabei. Hoffmann ergriff die Chance und legte einen fast perfekten Auftritt hin.
Hoffmann drehte die schönsten Pirouetten, sein Lohn war ein dicker Applaus, ein dreifach kräftiges Oche Alaaf und ein Orden der Prinzengarde. «Echt jeck», tönte es aus so mancher Ecke. «Du darfst nächstes Jahr bei uns anfangen», machte Bongers dem talentierten Nachwuchstänzer ein Angebot für die Session 2013. Elferräte in bunten Fräcken Selten hat man auf einer Generalprobe so ein buntes Eröffnungsbild gesehen wie in diesem Jahr. Die Oecher Börjerwehr, Animoso, der buntbefrackte Elferrat, die Lennet Girls, die Tänzerinnen vom Aachener Tanz-Centrum, sie machten alle eine gute Figur. Glatt, freundlich, ohne Animositäten lief der Countdown zur Festsitzung am Freitag über die Bühne, selten klappte so vieles so flott. Ob im Foyer bei einem Ruhepäuschen oder im Europasaal des Eurogress, die Stimmung war gelöst und entsprechend locker. So manches, was morgen im Saal zu sehen ist und am Montag, von 20.15 bis 22.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, klappte am Donnerstag schon wie am Schnürchen. Trotz des Knatschs mit dem Freiherrn aus dem Freistaat, Karl-Theodor zu Guttenberg, der bekanntlich schon zweimal sein Kommen zusagte, um kurz bevor es «ernst» wurde wieder abzusagen. Sein ständiger Knappe, der kleine Bruder Philipp, war am Donnerstagnachmittag nicht auf der Generalprobe, er kam erst am Abend. Das interessierte die Leute aber nur am Rande. Die Guttenbergs aus Franken waren keineswegs mehr Hauptgesprächsthema. Viel mehr machte so mancher an der Theke im Foyer des Eurogress seinem Ärger Luft über einen Bericht der Hamburger Illustrierten «Stern». Der Reporter, der vier Tage in Aachen verbracht haben soll, hatte dort nicht nur über den AKV hergezogen, er hatte auch Aachen unterstellt, im Kölschen Schatten als kleine Provinzstadt zu existieren. Diese Häme kommt nun mal in der Stadt der Wissenschaft nicht an. «Für nächstes Jahr werden wir den Herrn zur AKV-Sitzung einladen», reagierte AKV-Vizepräsident Rolf Gerrards trotzdem gelassen. Einen dicken Erfolg heimste TV-Moderator und Comedian Ingolf Lück schon während der Generalprobe ein. Er tritt heute Abend als Manneken Pis auf und denkt über Europa, den Euro, Griechenland, Silvana Koch, Silvio Berlusconi und Volker Kauder («Europa spricht nun deutsch») nach. Was am Freitag im Eurogress von Lück zu hören war, kann auf der Festsitzung durchaus ein Knaller werden. «Nur laufen lassen», ist die ständige Pointe seiner Brüsseler Anmerkungen. Das Manneken Pis lässt er dabei das tun, wofür das belgische Original bekannt ist. Märchenprinz Tobias I. Wie immer bei der Generalprobe waren Märchenprinz Tobias I., sein Gefolge und seine kleine Garde mit dem Tanzpaar vor dem großen Auftritt ganz aus dem Häuschen. Aber auf der Bühne präsentierten sich die Kinder als wahre Vollblutkarnevalisten. Nur ein kleiner Page aus dem Hofstaat wusste nicht so recht, wo er sich hinstellen sollte und lief zur Heiterkeit der Probengäste etwas ziellos auf der Bühne herum. «Das wird morgen Abend eine tolle Sitzung», zeigte sich Gerrards überzeugt. Auch er überzeugte wieder mit sicherer Moderationsqualität. «Er ist Metzger, er weiß wo die Wurst hängt», lobte ihn denn auch AKV-Präsident Werner Pfeil. Närrischer Treffinder Elisengalerie Heute, ab 11.11 Uhr, kommt es in der Elisengalerie zur öffentlichen Begrüßung des designierten AKV-Ritters Ottfried Fischer. Neben Ottfried Fischer wird auch Philipp zu Guttenberg erwartet. Das närrische Programm werden AKV-Elferrat David Lulley und der Redakteur unserer Zeitung, Manfred Kutsch, moderieren.
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