19-jähriger Neonazi wird nach Aachen zurückverlegt
(hau/mik)
08.09.2010, 20:00
Aachen/Berlin. Der 19-Jährige Neonazi, der in Berlin in Untersuchungshaft sitzt, weil er am Rande einer Demonstration am 1. Mai in der Hauptstadt mit Splittern scharf gemachte Silvesterbomben abgelegt hatte, wird wieder nach Aachen kommen.
Der Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft, Martin Steltner, erklärte am Mittwoch, dass das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Aachen abgegeben werde: «Das macht Sinn, weil der Schwerpunkt in Aachen liegt. Damit ist keine Bewertung verbunden, überhaupt nicht.» Auch der Aachener Oberstaatsanwalt Robert Deller bezeichnete die Entscheidung als üblichen Vorgang, gerade in Jugendsachen.
Unterdessen bereitet sich die Polizei im Raum Aachen auf einen Einsatz am Wochenende vor. Anlass ist ein durch die umstrittene Musikgruppe «Kategorie C» (KC) angekündigtes Konzert am 11. September. Die Veranstaltung wird von der Band angekündigt für den «Westruhrpott», der indes «bei Aachen» liegen soll.
Polizeisprecher Karl Völker sagte, die Ankündigung sei bekannt. Seine Behörde habe ein «einsatzbezogenes Vorkommen veranlasst» - meint: Polizeikräfte sind auf der Suche nach dem Konzertort, zudem halten sich Kräfte in Bereitschaft. Die Band KC, benannt nach der polizeilichen Einstufung für gewaltbereite Fußballfans, kommt aus Bremen. Sie hatte in der Vergangenheit wiederholt Konzerte angekündigt oder gespielt, die von Vertretern aus dem rechtsextremen Spektrum mitorganisiert wurden.
Schon im August 2007 hatten KC in Kooperation mit Neonazis aus der Region einen Auftritt im niederländischen Nuth bei Heerlen veranstaltet. Beobachter gehen davon aus, dass das Konzert am kommenden Samstag wieder im niederländischen Grenzgebiet stattfinden wird.