Petko Tunchev: Vom Maskottchen zum Leistungsträger

Von Guido Jansen 18.06.2010, 18:54

Düren. «Ganz wie der Vater.» Diese Worte waren fast immer zu hören, wenn Petko Tunchev in den vergangenen Wochen zum Probetraining beim Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren zu Gast war. Gestik, Mimik und Spielweise - Petko gleicht seinem Senior Georgi sehr. Das werden auch die Fans des Volleyball-Bundesligisten feststellen - wenn sie Evivo schon vor zehn Jahren die Daumen gedrückt haben.


Denn von 2000 bis 2002 hat Tunchev Senior für Düren gespielt, er war einer der Leistungsträger. Schon damals oft mit dabei: der kleine Petko, der immer nur Peppi gerufen wurde. Peppi war das Mannschaftsmaskottchen. Jetzt will Tunchev Junior mehr. 20 Jahre ist er mittlerweile, 2,01 Meter groß und auf dem Weg zum Volleyball-Profi. Den Schritt dahin will er in Düren machen. «Es war schon immer mein Traum, irgendwann einmal für Düren zu spielen», erklärt der gebürtige Bulgare, der mittlerweile die belgische Staatsbürgerschaft hat und fließend Deutsch mit leicht französischem Akzent spricht.

Schon vor zehn Jahren hat sich Tunchev in Düren wohl gefühlt. «Jetzt ist der Verein noch besser geworden. Für mich ist das perfekt», sagt der Neue. Tunchev ist Spieler Nummer neun für die kommende Saison. Er kann zwei Positionen spielen: Diagonal und Annahme/Außenangriff. Zuletzt war der Angreifer in der zweiten belgischen Liga beim VBC Waremme aktiv.

Mit Tunchev als Leistungsträger ist der Klub in die erste Liga aufgestiegen. Sorgen wegen des größeren Aufwands, der in Düren getrieben wird, hat der 20-Jährige nicht. Immerhin: In Waremme wurde nur zwei bis drei Mal pro Woche trainiert, in Düren muss er zwei Mal täglich ran. Petko Tunchev: «Ich habe gerade mein Abitur auf einer Sport-Schule gemacht und habe dort jeden Tag trainiert. Außerdem war ich ein Mal pro Woche bei Noliko Maaseik im Training.» Eine Referenz, die aufhorchen lässt. Denn Maaseik ist seit vielen Jahren eine europäische Spitzenmannschaft. Wie in Waremme ist es dem Neu-Dürener gelungen, sich an das Niveau heran zu arbeiten.

Das soll er jetzt auch in Düren schaffen. Der sportliche Leiter von Evivo, Goswin Caro, traut dem 2,01-Meter-Mann zu, eine ähnliche Entwicklung zu nehmen wie Nikolai Kracht in der vergangenen Saison. Kracht war ebenfalls als junger Perspektiv-Spieler gekommen und wurde im Saisonverlauf zu einer wichtigen Stütze für das Team. «Es würde mich nicht wundern, wenn Peppi das auch schafft», so Caro. Tunchev ist Spieler Nummer neun mit Vertrag für die kommende Saison. Zwei Positionen will Evivo jetzt noch möglichst schnell klären. Die Kandidaten heißen nach wie vor Christoph Eichbaum und Stefan Hübner. Mit beiden laufen die Verhandlungen weiterhin.


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