Margareta Ritter: Beschimpft und bis ins Private bedroht
Von Ernst Schneiders
Eine «Ansammlung von Geschmacklosigkeiten» nennt Ritter die Einträge der Wilders-Anhänger, möchte aber nicht im Detail auf diese Meinungsäußerungen eingehen, um diesen Leuten nicht erneut eine Basis für weitere Tiraden zu liefern. Monschaus Verwaltungschefin sagt nur soviel: «Dazu ist alles gesagt!»
Der Rechtspopulist hatte unlängst unter falschen Namen im Carat-Hotel eingecheckt und dort einen Schwächeanfall erlitten, der das Anrücken des Notarztes erforderlich machte. Bei der Gelegenheit stellte sich heraus, dass sich nicht nur Wilders, sondern auch seine neun bewaffneten Beschützer unter falscher Identität im Hotel aufhielten. Nach der Unruhe durch den Arztbesuch wusste allerdings jeder im Hotel, um wen es sich handelte. Bürgermeisterin Ritter erklärte am Tag darauf, Wilders sei in Monschau nicht willkommen. Sie sei sich im Klaren, dass sie es auch künftig nicht werde verhindern können, dass Geert Wilders nach Monschau komme. Aber ihn zur unerwünschten Person zu erklären, sei ein «klares politisches Signal» gewesen. Diese Einschätzung teilt der auch der Gouverneur der Provinz Limburg, Léon Frissen. Es könne sich lediglich um ein «politisches Statement» gehandelt haben, wird Frissen vom in Heerlen erscheinenden «Limburgs Dagblad» zitiert. Nach der Devise «Angriff ist die beste Verteidigung» habe Geert Wilders auf der Website seiner anti-islamischen «Partij van de Vrij-heit» (PVV) einen Brief der US-amerikanischen Journalistin Diana West veröffentlicht. Das «Dagblad» identifiziert die 49-Jährige als eine Top-Journalistin, die unter anderem Kolumnen für die «Washington Post» schreibt. Sie unterstütze die «Patriot´s Corner», eine Gruppe ultrapatriotischer Amerikaner, «die einen Kreuzzug gegen alles führen, was nach Islam riecht». Der Vater der Journalistin habe 1944 in der Eifel gekämpft, um die Stadt vom Nazi-Terror zu befreien. «Befreiung vergeblich» Nach viel Lob für Geert Wilders wendet sich Diana West in ihrem Brief direkt an Margareta Ritter und wird im «Limburgs Dagblad» unter anderem wie folgt zitiert: «Ich habe des starke Gefühl, dass, solange Sie dieses Amt bekleiden, die Befreiung vergeblich gewesen ist.» Doch auch mit dieser Aussage konfrontiert, lässt sich die Bürgermeisterin nicht aus der Ruhe bringen. «Die Reaktionen aus den Niederlanden seien teilweise erschreckend gewesen, erklärte sie: Sie stehen im krassen Gegensatz zu dem toleranten und liberalen Bild, das uns unsere niederländischen Gäste bisher von ihrem Land vermittelt haben. Wir glauben auch weiterhin an tolerante und liberale Niederlande, die uns in vielen Dingen jahrelang immer ein Vorbild waren.» Doch nicht nur Anfeindungen seien die Reaktion aus dem Königreich gewesen, sondern auch «Verständnis und eine Art Scham über die extremen politischen Ansichten des Geert Wilders. Und auch Sorge um das Ansehen der Niederlande in Europa». Die überwiegende Mehrheit der Deutschen fürchte extreme rechtspopulistische Ansichten und deren politische Verfechter. «Unsere eigene leidvolle Vergangenheit hat uns gezeigt, wo tatenloses Schweigen endet.» Keine Auswirkungen befürchtet Auswirkungen auf den Tourismus fürchtet die Bürgermeisterin in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Mon-Touristik nicht. Es sei nicht vorstellbar, dass die Mehrheit der niederländischen Gäste die «extreme Weltanschauung und politische Haltung» eines Geert Wilders teile. «Unsere Gäste sollten aber auch unser Recht auf freie Meinungsäußerung gegenüber Extremismus tolerieren.»
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