Trotz Räumungen: Studentenproteste gehen weiter
(dpa)
Eine erneute Besetzung könne «noch größer und noch schwerer aufzulösen sein» als die vergangene, meinte Rehfeldt. Am kommenden Donnerstag will sich der Wissenschaftsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags in einer Sondersitzung mit den anhaltenden Protesten auseinandersetzen.
Auf dem Kölner Campus hatten nach Angaben der Streik-Organisatoren etwa 300 Besetzer die Nacht zum Freitag im Hörsaal verbracht. Sie verliehen ihrem Protest gegen «die Bildungsmisere» durch Sprechchöre und Gesang weiter Ausdruck. Sie seien enttäuscht von der Uni-Leitung, die auf einen Brief mit konkreten Forderungen nicht eingegangen sei. «Der Wind weht jetzt schärfer», hieß es. Das Rektorat teilte indes schriftlich mit, man wolle in eine Diskussion eintreten. Außerdem bestehe das Angebot, sich über ein Internetforum auszutauschen. An der Bonner Universität campieren die Aktivisten seit Mittwoch nun erneut in Hörsaal 1 - trotz polizeilicher Räumung am Vortag. Dabei wollten die Besetzer kein bloßes Angebot zum Dialog, sondern konkrete Änderungszugeständnisse, sagte Sprecher Matthias Schug am Freitag. Er sieht die Besetzung als geeignetes Mittel, den Anliegen der Studenten Nachdruck zu verleihen: «Wir fordern vom Rektorat nicht Unmögliches.» In einer Sondersitzung des Wissenschaftsausschuss des Landtags soll am kommenden Donnerstag über die anhaltenden Proteste beraten werden. «Wir erwarten einen Bericht von Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), wie die Landesregierung mit den berechtigten Forderungen umgehen will», sagte der wissenschaftspolitische Sprecher der SPD, Karl Schultheis. Zu der Sondersitzung habe die SPD auch Vertreter der Studierenden und der Landes-Rektorenkonferenz eingeladen. Seit Dienstag protestieren Studierende an mehreren nordrhein- westfälischen Universitäten für eine Abschaffung der Studiengebühren, eine Reform der neuen Studiengänge und insgesamt bessere Studienbedingungen. Außer in Köln und Bonn wurden unter anderem auch in Münster und Bochum Hörsäle besetzt.
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