Adolf Sauerland sagt doch aus

Von: Claudia Schweda
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Adolf Sauerland hat vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags zu korruptionsverdächtigen Immobiliengeschäften für Erstaunen gesorgt. Foto: dpa

Düsseldorf. Duisburgs abgewählter Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) hat vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags zu korruptionsverdächtigen Immobiliengeschäften für Erstaunen gesorgt.

Sauerland hatte sich zunächst auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen, weil gegen ihn ermittelt wird, dann aber doch zur Kostenexplosion des Landesarchivs in Duisburg ausgesagt.

Im Untersuchungsausschuss geht es um die Verschwendung von Landesgeldern in mehrstelliger Millionenhöhe und um Korruptionsverdacht. Es ist der zweite parlamentarische Versuch, Licht in die möglicherweise zweifelhaften Aktivitäten des landeseigenen Immobilienkonzerns BLB während der Amtszeit der ehemaligen schwarz-gelben Koalition zu bringen, als Sauerland noch im Amt war.

Zu einem Schreiben der einstigen Projektentwickler des Landesarchivs befragt, sagte Sauerland am Freitag: „Das Schreiben hat mit dem Projekt Landesarchiv nichts zu tun. Da steht nichts von Landesarchiv.“ Laut Schreiben hatte Sauerland den privaten Projektentwicklern 2007 den Ankauf des Speichergebäudes empfohlen, der längst als neuer Standort des Landesarchivs im Gespräch war.

„Ich bezweifle Sauerlands Version stark. Das ist für mich nicht schlüssig“, sagte der Grüne Ausschuss-Obmann Stefan Engstfeld. Der Ausschussvorsitzende Sven Wolf (SPD) sagte: „Ich verstehe Sauerlands Aussage nicht.“

Der ehemalige Duisburger Kulturdezernent Karl Janssen sagte als Zeuge kurz darauf, er habe bereits Mitte 2006 mit Sauerland im Auto gesessen, kurz nachdem die Landesregierung wegen eines neuen Standortes für das Landesarchiv angefragt hatte: „Haben sie eine Idee?“, habe Kultur-Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) gefragt. Als er dann mit Sauerland am Speicher im Innenhafen vorbeikam, habe er den OB gefragt: „Was ist damit?“. „Das steht leer“, habe Sauerland geantwortet.

Für Irritationen sorgte CDU-Obmann Klaus Voussem, als er Sauerland an dessen Aussageverweigerungsrecht erinnerte, nachdem der begonnen hatte auszusagen. Grünen-Obmann Engstfeld sagte daraufhin: „Das ist ein Unding.“ Anscheinend bestehe bei der CDU kein Aufklärungsinteresse, sondern das Parteiinteresse überwiege – zu Lasten der Steuerzahler.

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