Weniger Schüler in NRW: Stärkster Rückgang an Hauptschulen
(dpa)
Insgesamt sank die Schülerzahl an den allgemeinbildenden Schulen im Land um 2,0 Prozent auf 2,18 Millionen. Damit wurden im fünften Jahr in Folge weniger Schüler gezählt. Einen leichten Zuwachs gab es an Gymnasien und Gesamtschulen.
Die Entwicklung der Schülerzahlen an den Hauptschulen ist landesweit sehr unterschiedlich. Besonders stark gingen sie in Teilen des Ruhrgebiets zurück. So ermittelten die Statistiker für Oberhausen ein Minus von 12,3 Prozent. In Mülheim betrug der Rückgang 9,7 Prozent, in Duisburg 9,4 Prozent. Deutlich geringer fiel das Minus etwa in Leverkusen mit 1,4 Prozent sowie in Aachen (minus 2,2 Prozent) und Bonn (minus 2,4 Prozent) aus. Die Zahl der Hauptschulen ging im Jahresvergleich um 15 auf 703 zurück. An den Gymnasien stieg die Schülerzahl im Jahresvergleich um 0,7 Prozent auf rund 593.000, an den Gesamtschulen nahm sie um 0,3 Prozent auf knapp 233.000 zu. Die Zahl der Grundschüler sank um 3,6 Prozent auf rund 695.000, die der Realschüler um 1,7 Prozent auf 321.000. Schulministerin Barbara Sommer (CDU) sieht für die Hauptschulen weiterhin eine Zukunft. Die Landesregierung mache «die Hauptschule zu einem stabilen Pfeiler des gegliederten Schulsystems», hatte sie am Dienstag die neuesten Zahlen zum Wechsel der Grundschüler auf die weiterführenden Schulen kommentiert. Danach ist die Übergangsquote zur Hauptschule im vergangenen Jahr von 15,1 auf 14,5 Prozent gesunken. Bei Ganztagshauptschulen sei die Übergangsquote dagegen stabil oder sogar gestiegen. SPD-Schulexpertin Ute Schäfer wertete die Zahlen dagegen als «eindruckvollen Beleg« dafür, dass die Eltern mit den Füßen gegen die Hauptschule abstimmten. «Sie wollen für ihre Kinder keine Schulform ohne Zukunft mehr», sagte Schäfer.
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