Amsterdam - Holland schickt Königskopf nach Afrika zurück

Holland schickt Königskopf nach Afrika zurück

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Amsterdam. Mehr als 170 Jahre nach der Enthauptung des Ashanti-Königs Badu Bonsu II. kehrt der Kopf des afrikanischen Monarchen nun aus Holland in seine Heimat zurück.

Die Niederlande erfüllen damit einen Wunsch der westafrikanischen Republik Ghana, der Rechtsnachfolgerin des einstigen Ashanti-Reichs.

Wie die Zeitung „de Volkskrant” am Freitag berichtete, wurde der in Formaldehyd eingelegte Königskopf am Vortag bei einer farbenprächtigen Zeremonie vom niederländischen Außenminister Maxime Verhagen an eine große Delegation des Ashanti-Volkes übergeben. „Es ist wichtig, dass unsere Ahnen in Frieden ruhen können”, sagte der Minister.

In Verhagens Büro stimmten die Gäste traditionelle Gesänge an und verspritzen Alkohol auf dem Fußboden, um den Geist von Badu Bonsu II. zu beruhigen. Die Zeremonie wurde laut „de Volkskrant” zugleich als „ritueller Abschluss einer düsteren Periode” der niederländischen Geschichte angesehen. Der durch Holländer vom damals Goldküste genannten Ghana aus betriebene Sklavenhandel sei „abscheulich, bedauerlich und beschämend” gewesen, erklärte der Außenminister.

Badu Bonsu II. war 1838 von den holländischen Soldaten als Vergeltung für die Tötung von zwei Gesandten der Niederlande geköpft worden. Sein eigenes Volk hatte ihn damals an die niederländischen Machthaber ausgeliefert. Der Königskopf wurde an die Medizinische Universität in Leiden geschickt, wo er lange verschollen war, ehe er im vergangenen Jahr in einem Speicher wiederentdeckt wurde. Er soll nun in Ghana mit traditionellen Ehrenbezeugungen begraben werden.

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