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Geflügelleber der Renner im Hunde-Restaurant

Von: Andrea Kutzendörfer, ddp
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<b>Münster/Aachen. </B>Andra schnüffelt neugierig an dem Napf. Dann wendet sich der Labrador ab: Das Hundebier ist nicht sein Fall. „Auch Hunde sind Individualisten”, sagt Michael Leick: „Der eine mag dies, der andere das.”

Der Restaurantbesitzer aus Münster weiß, wovon er spricht. Seit kurzem serviert er in seinem Ausflugslokal „Maikotten” nicht nur Herrchen und Frauen schmackhafte Speisen und Getränken, er bedient die Hunde gleich mit.

So mancher Gast mag sich beim Durchblättern der Speisekarte daher verwundert die Augen reiben. „Geflügelleber. Portion für den kleinen Hund: Drei Euro”, steht da. „Portion für den großen Hund: Sechs Euro.” Leick findet das nicht ungewöhnlich. „Ich liebe Hunde, warum soll ich sie nicht auch verwöhnen?”, sagt er.

Für den Bochumer, der in einer Gastwirtfamilie groß geworden ist und als junger Mann in mehreren europäischen Restaurants gearbeitet hat, sind Hunde etwas Alltägliches. Immer schon stand für sie ein Napf mit Wasser in seinem idyllisch gelegenen Lokal mit Biergarten bereit.

Jetzt hat Leick sein Angebot erweitert: Während Herrchen oder Frauchen den kanadischen Fischtopf oder das baskische Landschwein bestellen, darf auch der Hund zulangen. „Die Geflügelleber ist der Renner”, verrät der 42-Jährige. Auch die gebratene Putenbrust mit Reis komme gut an: „Das ist reines Diätfutter, gut für Hunde mit Gesundheitsproblemen.”

Bis zu zehn Hunde habe er an einem Abend schon in seinem Lokal gehabt, erzählt Leick. Für die vielen verschiedenen Geschmäcker hält er auch Trockenfutter bereit. Dabei handele es sich um selbst gebackene Hundekekse ohne chemische Zusätze und ohne Konservierungs- oder Lockstoffe, die er von einer Hundekeksbäckerei in Aachen bezieht.

Das Tier hat die Auswahl zwischen drei Varianten: der „Portion Hühnerberge” aus Geflügelfleisch, Roggenvollkornmehl und Haferflocken, den Thunfisch-Petersilien-Keksen und den „Leber-Rosmarin-Beißern”.

„Wir servieren natürlich am Tisch”, erzählt der Gastwirt. Wohl gemerkt: unter oder neben dem Tisch. Denn: „Ein Hund ist auch hier ein Hund. Wir wollen ihn verwöhnen, aber nicht vermenschlichen”, sagt der 42-Jährige. Was aber nicht heißt, dass der Hund sein alkoholfreies Bier aus Malzextrakt nicht mit der entsprechenden Höflichkeit eingeschenkt bekommt. In einen Napf, dessen Rand die Zacken einer Krone hat. Der Kunde ist nunmal König.

Thorsten Hellweg, Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Nordrhein-Westfalen, begrüßt diese Form, sich als Gastwirt ein eigenes Profil zu geben. „Das Nachfrageverhalten der Gäste hat sich verändert. Jeder möchte in der wenigen Freizeit, die er hat, genau das bekommen, was er sich vorstellt. Und darauf wird reagiert”, sagt er. Manch ein Betrieb spezialisiere sich auf Familien, Radtouristen oder Fußballfans, ein anderer eben auf Hunde. „Natürlich ist hier Hygiene oberstes Gebot”, betont Hellweg.

Eine Hundespeisekarte gebe es auch in einigen wenigen anderen Restaurants in Deutschland, sagt Michael Leick: „In Nordrhein-Westfalen bin ich aber wohl der Einzige mit diesem Konzept.” Natürlich komme es mal vor, dass ein Gast auf den Hund als Tischnachbar gerne verzichten würde. „Aber die meisten finden das Ganze klasse”, sagt Leick.

So setzt der findige Gastwirt nun noch eins drauf und lädt Hunde ein, bei ihm Geburtstag zu feiern. Dann gibt es Hundetorte, bestehend aus Hackfleisch, Gemüse und Leber, garniert mit Hundeknochen und einer Kerze.
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