Zweimal ein erster Platz beim „MozARTE“-Wettbewerb

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Zwanzig hochbegabte Pianisten aus zwölf Ländern stellten sich der ebenfalls international besetzten Jury des anspruchsvollen 13. „MozARTe“-Wettbewerbs in der Musikhochschule Aachen.

Davon konnten sich vier für die dritte und letzte Runde qualifizieren, die im Rahmen eines Gala-Konzerts im voll besetzten Ballsaal des Alten Kurhauses ausgetragen wurde.

Am Ende gab es nur zufriedene Gesichter. Denn keiner der vier Finalisten ging leer aus. Interessant, dass sich trotz starker Präsenz kein Kandidat aus dem Fernen Osten durchsetzen konnte. Dafür aber zwei Musiker aus dem osteuropäischen Raum, einer aus Israel und – besonders erfreulich – eine deutsche Teilnehmerin. Und Clara Siegle aus Hohenbrunn im Landkreis München war mit 17 Jahren zugleich die jüngste Pianistin.

Trotz ihrer jungen Jahre kann sie schon auf eine durchaus erfolgreiche Wettbewerb-Karriere zurückblicken und auch in Aachen durfte sie sich über einen mit 1000 Euro dotierten guten dritten Platz freuen. Lohn für durchweg überzeugende Leistungen in allen drei Runden. Auch in Mozarts abschließendem Klavierkonzert in A-Dur KV 414, das von Streichern des Aachener Sinfonieorchesters unter Leitung von Professor Alexander Hülshoff standesgemäß begleitet wurde.

Jury hat es schwer

Den zweiten Preis errang der mit 33 Jahren wesentlich ältere Vasyl Kotys aus der Ukraine mit Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert KV 415. Den mit 3000 Euro dotierten ersten Preis teilten sich die Russin Alexandra Shcherbakova und der Israeli Segal Almog mit den Mozart-Konzerten KV 414 und 415.

Der von den Aachener Professoren Andreas Frölich und Ilja Scheps angeführte Jury fiel die Entscheidung diesmal nicht schwer. Allerdings hatten die Juroren Gelegenheit, die Talente mehrere Tage lang von verschiedenen musikalischen Seiten kennenzulernen.

Für den Hörer, der nur dem Final-Konzert beiwohnte, fielen die Unterschiede beileibe nicht so gravierend und eindeutig aus. Trotz der rundum guten Leistungen zeigte es sich, welche Anforderungen gerade Mozart an die Musikalität, den Klangsinn, das Gespür für Artikulation und Phrasierung jedem Musiker abverlangt.

Ein relativ schlichter Satz von Mozart verrät da mehr über das musikalische Potenzial eines Musikers als eine hochvirtuose Liszt-Fantasie. Deshalb ist auch nicht ganz nachzuvollziehen, dass den Teilnehmern die Stückwahl für die ersten Runden ohne jede Vorgabe überlassen wird, so dass mancher erst im Finale zum ersten Mal mit der Musik des Wettbewerb-Patrons Mozart in Berührung gekommen ist. Wenigstens ein „Sätzchen“ aus der klassischen Ecke um Mozart, Haydn oder Beethovens sollte im Vorfeld doch eigentlich zum Pflichtprogramm gehören.

Das mindert jedoch nicht die Freude über das hohe Niveau der Vorträge, und man darf den Gewinnern, aber auch den knapp am Finale vorbeigeschrammten anderen jungen Musikern für ihre weitere Entwicklung nur das Beste wünschen.

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