bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Wenn Papageno als Moderator auf der Bühne steht

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
zauberfloete
„Königin der Nacht” Eva Bernards mit den drei Knaben. Foto: Ludwig Koerfer

Aachen. Ein volles Haus - und das gleich zwei Mal an einem Sonntag: Das ist ein sicherer Indikator für Erfolg. Der wurde jetzt den Mitgliedern des Opernensembles des Theaters Aachen und ihren Künstlerkollegen vom Sinfonie-orchester zu Teil.

Mit einer liebenswert dargebotenen, für das junge Publikum ohne falsche Anbiederung adaptierten Version der aktuellen Inszenierung von Mozarts Deutschem Singspiel „Die Zauberflöte” warben die Interpreten der klassischen Musik unter den Mädchen und Jungen wieder einmal viele neue Freunde.

Zwar wurden Bühne, Kostüme und andere Elemente im Vergleich zu den abendlichen Aufführungen abgespeckt. Aber trotzdem wurden die Junioren und ihre Eltern nicht billig bedient. Ganz im Gegenteil: Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch, wie die Damen und Herren des Orchesters jugendnah mit einem T-Shirt bekleidet, stand höchstpersönlich am Dirigentenpult.

Zudem präsentierten sich die Instrumentalisten im Graben ebenso wie Solisten und Choristen auf der Bühne bei allerbester Spiellaune, ganz so, als ging es darum, ein höchst erfahrenes Publikum in fortgeschrittenen Jahren für sich zu gewinnen.

Neben einer fast in jedem Takt aufblitzenden Kunstfertigkeit waren Humor und die den Mädchen und Jungen im Parkett und auf den Rängen zugewandte Moderation des Vogelhändlers Papageno alias Martin Berner. Von ihm liebenswert und lebendig an die Zuschauer weiter gegeben, bestachen das von Musikdramaturg Kai Weßler ersonnene Konzept die gleichfalls von ihm hinzu „gestrickten” Dialoge aber noch durch einen anderen Vorzug: die gänzlich ungekünstelte Leichtigkeit, die durch eine um die andere Szene ins Auditorium hinüber wehte - zumal die kleinen und großen Fans von Papageno immer wieder einmal ins Spiel einbezogen wurden.

Dass diese „Zauberflöte” so erfolgreich war, liegt aber nicht nur am blitzblank polierten Orchester-klang und auch nicht nur an den strahlenden Stimmen von Martin Berner sowie seiner nicht minder wohl disponierten Mitstreiter Anne Ellersieck (Pamina), Pawel Lawreszuk (Sarastro), Louis Kim (Tamino), Eva Bernard (Königin der Nacht), Katharina Bergrath (Papagena), Irina Popova, Mlanie Forgeron, Leila Pfister (Drei Damen), Lasse Pentinnen (Monostatos) und Laura Zimmermann (als Vogel der heimliche Star).

Es liegt daran, dass alle, die im Graben wie ihre Mitstreiter auf und hinter der Bühne mit viel Herz bei der Sache waren - ein Stein, wer sich davon nicht berührt fühlte.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert