„Weltklasse”: Monumentalausstellung zur „Düsseldorfer Malerschule”

Von: Dorothea Hülsmeier, dpa
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Mitarbeiter des Museums Kunstpalast hängen das unbetitelte Werk des Künstlers Emanuel Leutze im Museum Kunstpalast in Düsseldorf auf. Unter dem Titel „Weltklasse” präsentiert das Museum Kunstpalastrund 400 Werke vom monumentalen Historiengemälde über romantische Landschaftsmalerei bis zum Aufbruch in die Moderne. Foto: dpa

Düsseldorf. Den internationalen Einfluss der Düsseldorfer Malerschule auf Europa, Russland und die USA im 19. Jahrhundert würdigt eine umfangreiche Ausstellung in Düsseldorf.

Unter dem Titel „Weltklasse. Die Düsseldorfer Malerschule 1819-1918” präsentiert das Museum Kunstpalast ab Samstag rund 400 Werke vom monumentalen Historiengemälde über romantische Landschaftsmalerei bis zum Aufbruch in die Moderne (bis 22. Januar 2012).

Künstler aus allen Teilen der Welt zog es an den Rhein, unter ihnen Skandinavier, der deutschstämmige Amerikaner Emanuel Leutze, der Schweizer Arnold Böcklin und der Russe Iwan Schischkin. Ein Schüler kam sogar aus Persien. Mit ihrer Historien-, Landschafts- und Genremalerei machte die Malerschule Düsseldorf über Generationen zu einer internationalen Kunstmetropole. Die ausgebildeten Künstler gründeten wiederum Schulen in Weimar und Karlsruhe, sagte die Leiterin der Gemäldegalerie, Bettina Baumgärtel.

Die Überblickschau beginnt mit Bildern, die die Künstler beim Aufbau ihrer Ausstellungen in den neuen Galerien zeigen oder bei Freizeitvergnügen wie dem Vogelschießen. Gerne stellten die Künstler auch Werke in Gemeinschaftsarbeit her.

Die Schau ist trotz ihrer Größe weit von einer Verherrlichung der Malerschule entfernt, sondern geht durchaus kritisch mit ihr um. So hatten Kritiker von der „Seelenmalerei” der Düsseldorfer Künstler mit ihren ewigen „Trauerbildern” irgendwann genug und forderten mehr Aktion. „Wir sind es leid, die Schatten von Schatten zu betrachten”, schrieb die „Rheinische Zeitung” und mokierte sich über „fade Madonnen”.

Aktionsreicher waren die Gemälde Leutzes. Sein berühmtestes Werk, das Ölgemälde „Washington überquert den Delaware” (1850), hat das New Yorker Metropolitan Museum leider nicht herausgerückt, „weil es eine Nationalikone ist”, sagte Baumgärtel. Und: „Das passt gar nicht mehr durch die Tür.” So können die Besucher in Düsseldorf nur an einem Stahlstich studieren, dass die Landschaft im Hintergrund des reißenden Delaware wohl das Rheinufer bei Düsseldorf darstellt.

Berühmt war die Landschaftsmalerei der Düsseldorfer Malerschule. Wälder mit knorrigen Bäumen, Burgen am Rhein, Wasserfälle, die Schweizer Alpen, Italien waren die Ziele der Wanderkünstler wie Johann Wilhelm Schirmer.

Fast hätten die Düsseldorfer aber den Aufbruch in die Moderne verpasst. Nationale Strömungen nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 verhinderten zunächst eine Erneuerung. Unter Akademiedirektor Eugène Dücker kam aber frischer Wind in die Schule, die düsteren Töne wichen lichten Farben, der Impressionismus erreichte auch den Rhein.
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