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„Weibliches Fleisch”: Morag Keil im Neuen Aachener Kunstverein

Von: eho
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Wirkt fast wie ein Tatort: die Installation „Virginia Ham” von Morag Keil im Neuen Aachener Kunstverein (NAK); NAK-Direktorin Dorothea Jendricke stellt die Arbeit der schottischen Künstlerin vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Abgesperrt mit rot-weißem Flatterband, übersät mit grobem Splitt unter Schienen und angeketteten Autoreifen, umrahmt von Kamerastativen mit aufgepflanztem Baustellen-Warnlicht - wie der Tatort aus einer Krimiszene wirkt entfernt die Installation der schottischen Künstlerin Morag Keil im neuen Aachener Kunstverein (NAK). Fehlt nur noch die Leiche.

„Virginia Ham” lautet der Titel des aus Fundstücken bestehenden Objektensembles, das mit Darstellungen von kopflos fotografierten Frauen und Blümchenbildern korrespondiert.

Inspirieren, um nicht zu sagen „anstacheln” lassen zu ihrem Kunstwerk hat sich die 25-jährige Absolventin der Glasgow School of Art, in Paris soeben mit dem Prix Lafayette ausgezeichnet, von einer provokativen Äußerung des Skandalmusikers Marylin Manson, der Frauen als „weibliches Fleisch” bezeichnet hat und Menschen wohl auch so betrachtet. Morag Keil umschreibt mit ihrem Werk Fragen nach Stellung und Stellenwert des weiblichen Körpers im Zusammenhang von Gewalt, Ästhetik und Medien in der Gesellschaft.

Im Obergeschoss widmet sich der Pariser Kurator, Autor und Kritiker Benjamin Thorel der Person und dem filmischen wie künstlerischen Werk der amerikanischen Regisseurin Kathryn Bigelow mit Videos und Dokumenten.

NAK-Direktorin Dorothea Jendricke zielt darauf ab, an einem Beispiel die Kunstszene der 70er Jahre in ihrer Entwicklung abzubilden. Bigelow nahm 1976 noch als bildende Künstlerin an der Biennale in Venedig teil, 2010 bekam sie für ihr Kriegsdrama „Tödliches Kommando - The Hurt Locker” als erste Frau den Oscar für die beste Regie.

Eröffnung: Samstag, 20 Uhr, NAK, Aachen, Passstraße 29. Bis 27. Februar. Geöffnet: Di.-So. 14-18 Uhr, 0241/503255.
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