Aachen - Warum die Chemie zwischen GMD Abdullah und Orchester stimmt

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Warum die Chemie zwischen GMD Abdullah und Orchester stimmt

Von: hjd
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Viel Lob für den neuen GMD: die drei Orchestermusiker und -vorstände Werner Gronen, Arnd Sartor und Patrick Kersken (von links) im Probenraum. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Ansage war klar und deutlich: Er wolle keine Klangwand zwischen Bühne und Zuschauerraum, hatte Kazem Abdullah seinem Orchester vor der Premiere von „Hänsel und Gretel” - seiner zweiten Opernproduktion im Theater Aachen seit Amtsantritt im Sommer - eingeschärft, die Sänger dürften nicht zugedeckt werden von Humperdincks durchaus satter Orchestermusik.

Und dann nahm der Aachener Generalmusikdirektor die Musiker in die Pflicht: Sie sollten doch bitteschön selbst darauf achten, er werde sie nicht ständig darauf hinweisen.

Typisch für Abdullah, sagen Werner Gronen, Patrick Kersken und Arnd Sartor. Der GMD lege Wert auf einen leichten, durchsichtigen Klang; er fordere viel ein, auch Selbstverantwortung, gebe dem einzelnen Musiker Freiraum und das Gefühl, dass jeder auf seinem Platz wichtig sei. Bei den Proben etwa lasse er erst einmal spielen, ohne groß einzugreifen, „dann zieht er sich gerne zurück und bringt anschließend seine Vorstellungen mit dem vorher Gehörten zusammen”.

Dass Abdullah - als Dirigent, aber auch als Persönlichkeit - so außerordentlich gut ankommt bei Publikum und Kritikern, überrascht die drei Orchestervorstände nicht sonderlich. Ernsthafte Zweifel, ob der junge US-Amerikaner die großen Fußstapfen seines Vorgängers Marcus Bosch ausfüllen kann, hatten sie nämlich eigentlich nie. Dass er im Bewerbungsverfahren der erklärte Favorit der Musiker war, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis.

Was also macht den neuen GMD aus? Gronen, Kersken und Sartor bringen es so auf den Punkt: „Abdullah arbeitet hochprofessionell und zielgerichtet. Er konzen-triert sich auf die Musik und wahrt eine gesunde Distanz.” Und wie ist er als Chef? „Er füllt diese Position aus und strahlt eine natürliche Autorität aus. Und er ist in der Stadt von Anfang an sehr präsent, stößt Projekte an und tut viel für die Außenwirkung des Orchesters.”

Konzertouvertüre mit Feuer

Nach Abdullahs zweiter Opernpremiere steht nun das zweite Sinfoniekonzert unter seiner Ägide auf dem Terminkalender. Bei den Konzerten konnte der GMD eher Einfluss auf die Programmgestaltung nehmen als bei den Opern, die längeren Vorlauf brauchen. Neben Bartók und Schumann ist mit dem deutschen Komponisten Jörg Widmann ein deutscher Komponist vertreten, der nicht nur wegen der jüngsten Uraufführung seiner Oper „Babylon” mit dem Libretto von Peter Sloterdijk im Gespräch ist. Seine Konzertouvertüre „Con Brio”, 2008 als Auftragswerk uraufgeführt von Mariss Jansons und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und seitdem auf Siegeszug durch die Konzertsäle dieser Welt, bezieht sich explizit auf musikalische Charakteristika von Ludwig van Beethovens 7. und 8. Sinfonie. Die im Werktitel inbegriffene Tempobezeichnung „con brio” - mit Feuer - lässt erahnen, wohin die Reise musikalisch geht. Ein „hochinteressantes und artistisches Stück”, versprechen die drei Musiker.
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