Berlin - Warten auf Helloween: Deutscher Metal rockt die Charts

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Warten auf Helloween: Deutscher Metal rockt die Charts

Von: Thorsten Wiese, dpa
Letzte Aktualisierung:
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Sänger Andi Deris (r) und the Bassist Markus Großkopf von der deutschen Heavy-Metal-Band Helloween treten 2008 in Jakarta auf. Es sind gute Zeiten für deutsche Heavy-Metal-Bands. Die jüngsten Chart-Erfolge von Accept und Blind Guardian, aber auch von internationalen Acts zeigen: Die Fanbasis ist groß. Und jetzt erscheint auch noch das neue Helloween-Album - mit Top-Ten-Garantie. Foto: dpa

Berlin. Accept veröffentlichten im August ihr neues Album „Blood Of The Nations” - und stiegen gleich auf Platz vier in die Albumcharts, mitten zwischen Pop und Schlager. Blind Guardian waren zuvor sogar in der ersten Woche nach der Albumveröffentlichung auf Platz zwei gestürmt.

Und erst in dieser Woche platzierten sich die Südtiroler Frei.Wild mit ihrem Album „Gegengift” in Deutschland vom Fleck weg auf Rang zwei.

In diesem Umfeld veröffentlicht jetzt eine weitere Traditionsband neues Material. Helloween hat in ihrer mehr als 25-jährigen Bandgeschichte über fünf Millionen Platten verkauft und den melodischen Speed-Metal aus Deutschland mit begründet.

Titel wie „Dr. Stein” haben auch viele Nicht-Metaller schon einmal gehört. Und die Erwartung bei den Fans ist groß: Im vergangenen Jahr gab es zum Jubiläum keine neuen Songs im eigentlichen Sinne, sondern mit „Unarmed” eine Neueinspielung eigener Klassiker in neuem Gewand - als Swing-Track oder rein akustisch instrumentiert zum Beispiel.

Wem das nicht gefallen hat, weil er eine typische Helloween-Platte gesucht hatte, bekommt nun das Ersehnte. Pünktlich zu Halloween an diesem Sonntag, wie bei der Band üblich, kommt nun das 13. Studioalbum „7 Sinners”.

Und Helloween gibt sich hart: Der verschmitzt grinsende Kürbis als Bandsymbol tritt in den Hintergrund - Bilder von Gefangenschaft, Folter und Wahnsinn prägen die Ästhetik zum neuen Album - die sieben Todsünden dienen als Rahmen. Die Inszenierung passt zur härteren Gangart in den Songs.

Gründungsmitglied und Bassist Markus Großkopf hat zwar keine genaue Begründung dafür parat: „Ich weiß nicht - vielleicht hatte jeder nach der Jubiläumsscheibe, die etwas seichter ausgefallen ist, wieder mehr Bock, das zu machen, was wir sonst tun - die heftige Nummer”, sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Alle kamen mit schnellen, harten Sachen um die Ecke.”

Aber das Ergebnis soll sich mit Leichtigkeit und von allein so ergeben haben. Freude an der Sache hört man dem neuen Album an. Viele schnelle, kraftvolle Stücke bleiben gleich haften. „Viele werden sich vielleicht beschweren, dass das Album nicht mehr so „happy Helloween” ist”, sagt Großkopf. „Aber wir haben es mal so stehen gelassen.”

Dabei gibt es neben viel traditioneller Melodic-Speed-Metal-Kost auch Außergewöhnliches - nicht nur im Positiven: Die ersten Sekunden von „Are You Metal?” irritieren mit einem Synthie-Intro in bester 80er- Jahre-Manier - im ganzen Song blitzen die Tastenklänge im Hintergrund immer wieder auf.

Das Intro auf dem anschließenden „Who Is Mr. Madman?” - auch auf einem etwas antiquiert anmutenden Synthie-Teppich - spricht Biff Byford von Saxon - wieder, muss man sagen, denn er hatte schon das Album-Intro auf „Gambling With The Devil” für Helloween eingesprochen. Mit „The Smile Of The Sun” folgt in der Albummitte dann eine hübsche Ballade.

Die Platte sollte alten und neuen Fans gefallen, so wie sie ist - auch wenn sie nach hinten ein wenig abfällt. Und Metal geht in den Charts derzeit ohnehin gut - ob aus Deutschland oder international.

Neben den deutschen Metal-Acts haben auch internationale Hardrocker wie Iron Maiden bei der Veröffentlichung ihrer neuen Platte im August und jüngst Linkin Park („A Thousand Suns”) Rang 1 der Charts erklommen. Volbeat kamen in derselben Woche auf Platz 3 mit ihrem jüngsten Album „Beyond Hell/Above Heaven”. Hardrock und Heavy Metal haben in den Charts ihre Zeit - möglicherweise auch zu Allerheiligen.

Albumveröffentlichung: 29. Oktober
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