Maastricht - „Violinen der Hoffnung” in Maastricht

„Violinen der Hoffnung” in Maastricht

Von: Bernd Mathieu
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Sie erklingen am Donnerstag bei einem Konzert in Maastricht: Violinen, die in jüdischen Ghettos und Konzentrationslagern gespielt wurden.

Maastricht. „Jede Violine hat ihre eigene Geschichte”, sagt Amnon Weinstein. Der 70-jährige Geigenbaumeister aus Israel hat zusammen mit seinem Sohn ganz besondere Geigen aufwendig restauriert und so auch eine ganz eigene Geschichte für sich und seine Familie geschrieben.

Er suchte und fand zehn Jahre lang „jüdische Instrumente”, die nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden waren, Violinen, die in jüdischen Ghettos und in Konzentrationslagern, etwa in Auschwitz-Birkenau, gespielt wurden. Sie sind mit ihrem charakteristischen David-Stern Zeuge menschlicher Tragödien geworden.

Aus dem 19. Jahrhundert

Einige der Instrumente stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Amnon Weinstein spürte sie auf, reiste nicht ohne Skepsis unter anderem in die Heimat seiner Familie nach Wilna (Litauen). Konzerte mit den Violinen fanden bisher nur in Jerusalem, Istanbul, Paris und in der Schweiz statt, jetzt folgt Maastricht - also ein außergewöhnliches Ereignis.

Zum ersten Mal erklangen diese Instrumente 2008 bei einem Konzert in Jerusalem. Es trug den Namen „Violinen der Hoffnung”. Für Amnon Weinstein, der die meisten Mitglieder seiner Familie im Holocaust verloren hat, war das ein bewegender, sehr emotionaler Moment. Und auch viele Menschen im Publikum weinten damals.

Am Donnerstag, 24. März, werden die Instrumente in Maastricht gespielt. Gil Sharon, dem virtuosen Geiger des nach ihm benannten Sharon-Quartetts und 1. Konzertmeister des Limburger Sinfonieorchesters in Maastricht, ist es gelungen, diese außerordentliche Sammlung von Amnon Weinstein anlässlich der Kunstmesse Tefaf in unsere Region zu holen.

Das Amati Kammerorchester und Solisten spielen auf 13 dieser Instrumente im Vrijthof-Theater Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Ernst Bloch, Erwin Schulhoff, Max Bruch und Dmitri Schostakowitsch (Bearbeitung Rudolf Barshai). Das Konzert beginnt um 20.15 Uhr. Alle Instrumente werden im Foyer ausgestellt und von Amnon Weinstein persönlich erklärt. Noch bis zum 27. März dauert im Vrijthof-Theater eine Foto-Ausstellung, die die Restaurierung der Violinen dokumentiert.

Jüdischen Musikern gewidmet

Das Konzert ist den jüdischen Musikern gewidmet, die diese Instrumente spielten und allen Menschen, die in der heutigen Zeit wegen ihrer Rasse, Hautfarbe oder ihres Glaubens unterdrückt und verfolgt werden. Karten gibt es im Vorverkauf und an der Abendkasse: Theater aan het Vrijthof Telefon 0031/43/3505555.

Die Leitung hat Gil Sharon, Solisten sind Liza Ferschtman (Violine) sowie Dimitri Ferschtman und Hillel Zori (beide Cello). Für Gil Sharon ist die Botschaft eindeutig: „Musik spielt eine enorm wichtige Rolle für Hoffnung und Frieden und als ein bindendes Element zwischen Kulturen und Völkern.”
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