Violin-Raritäten leuchten im Oktogon

Von: Sabine Rother
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„Kathedralklänge“ im Hohen Dom zu Aachen: Das Konzert unter dem Barbarossaleuchter begeisterte das Publikum. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit einem Lächeln und einer eleganten Bewegung des Bogens schickte diese Künstlerin die Klänge bis hinauf zum glänzenden Mosaik des Oktogons. Sie brachte Johann Sebastian Bachs Musik zum Leuchten, ihre Violine sang.

Ariadne Daskalakis, Violin-Professorin an der Musikhochschule Köln und international anerkannte Virtuosin mit großer Ausstrahlung, gestaltete zusammen mit Skerdjano Keraj, Konzertmeister im Sinfonieorchester Aachen und Dozent an der Musikhochschule Köln/Aachen, sowie dem Domorchester einen Abend der Reihe „Kathedralklänge“ im Aachener Dom. In Oktogon und Sechzehneck waren alle Plätze eng besetzt. Hier begrüßte Dompropst Helmut Poqué die Besucher zu „einem Konzert der besonderen Art“ – und er hatte recht.

Auf dem Programm standen Raritäten – die beiden Violinkonzerte Bachs sowie sein Doppelkonzert d-Moll, Werke, die vermutlich um 1720 in Köthen entstanden sind. Für eine weitere Klangfarbe im anspruchsvollen Spektrum sorgte die Altistin Marion Eckstein. Innig und ernst sang sie die Bachkantaten „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ und „Fromme Musen“ – im musikalischen Dialog mit Judith Schaibles sanftem Spiel auf der Oboe d‘amore.

Ariadne Daskalakis, Amerikanerin mit griechischen Wurzeln, beeindruckte durch technische Souveränität, feinsinnige, zum Teil sehr persönliche Interpretation und große Wärme des Spiels im a-Moll-Konzert.

Bodenständig und gleichfalls mit spürbarer Liebe zum Komponisten widmete sich danach der in Albanien geborene Skerdjano Keraj dem Violinkonzert E-Dur. Im Doppelkonzert d-Moll schließlich ergänzten sich die Temperamente der beiden auf faszinierende Weise.

Dem Aachener Domorchester unter der einfühlsamen und beschwingten Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet gelang ein gutes Gleichgewicht zwischen Gesamtklang und Solistenstimmen. Begeisterter Applaus für dieses Kathedralkonzert.

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