Van Morrison begeistert 3500 Fans in Düsseldorf

Von: Bernd Schuknecht
Letzte Aktualisierung:
Er beherrscht sein Metier auch
Er beherrscht sein Metier auch noch nach 50 Jahren Bühnenkarriere: Van Morrison beim Konzert in Düsseldorf. Sein neues Album „Born To Sing: No Plan B” erscheint am 28. September.

Düsseldorf. „Born To Sing” bellt Van Morrison ins Mikro, in einer Art, die keinen Widerspruch duldet. Was bei jedem anderen Sänger ziemlich banal geklungen hätte, wird bei dem Nordiren zur Er- und zum Bekenntnis.

Beim einzigen „Born To Sing: No Plan B”-Deutschlandkonzert von Van Morrison in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle entpuppt sich Alternativlosigkeit ausnahmsweise einmal nicht als Indiz für mangelnde Fantasie oder Antriebsenergie, sondern als zutiefst anrührender Glücksfall. Der Musiker, der seit rund 50 Jahren zu den besten Sängern zwischen Blues, Soul, Jazz, Rock und Folk - Platz 24 der Rolling Stone-Liste der besten 100 Sänger - zählt, versetzte seine 3500 Anhänger in schiere Begeisterung.

„Brown Eyed Girl” als Konzertauftakt kommt zwar noch ein wenig nuschelig und unambitioniert, doch mit jedem weiteren Song des eindreiviertelstündigen Konzerts, das mit überwiegend alten sowie zwei neuen Songs aufwartet, steigert sich der 67-Jährige in eine Art „Singwut”. Da ist keine erstarrte Routine, sein Gesang ist unmittelbarer Ausdruck authentischer Gefühle, und daher auf seine Art auch zeitlos. Für jede Gefühlsnuance kennt er die entsprechende Phrasierung, spielt mit einer Unzahl feiner Zwischentöne.

Der stets etwas kauzig wirkende Morrison entwickelt eine unglaublich vitale Dynamik, die schon mal abrupt von brutalem Fordern in zärtliches Werben umschlagen kann. Bluesstücke wie „Early In The Morning/Rock Me Baby” oder „All In The Game/Burning Ground” intoniert, oder besser: inszeniert er als als Mini-Opern voll expressiver Leidenschaft, die, trotz bisweilen bis ans Äußerste getriebener Wiederholungen, zu keinem Augenblick ihre magische Faszination verlieren. Seine achtköpfige Begleitband, darunter Tochter Shana Morrison als Sängerin, beherrscht das solide Bluesmuster ebenso wie die spielfreudige Umsetzung jazziger Arrangements, bei denen sich insbesondere die Bläser immer wieder Szenenapplaus verdienen.

Mit „Gloria” und frenetischem Applaus endet das glorreiche Hochamt für Blues- und Jazzmusik. Das Album „Born To Sing: No Plan B” erscheint am 28. September.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert