Uraufführung im Mörgens: „VaterMutterKindM/F”

Von: Jan Mönch
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„VaterMutterKindM/F” im Mörgens: mit (von links) Stefanie Dischinger, Robert Seiler, Franziska Lehmann, Thomas Hamm Foto: Carl Brunn

Aachen. Vater werden ist nicht schwer. Vater sein dagegen sehr? Von wem auch immer diese Binsenweisheit stammt: Der Mann im braunen Sakko kann sie so nicht stehen lassen. Denn ein Vater zu werden - lässt sich dieser Prozess überhaupt jemals abschließen? Und überhaupt: Wie sollte eine Familie eigentlich sein, und wie ist sie tatsächlich?

Über diese Frage lässt der österreichische Autor Holger Schober die Figuren in seinem Stück „VaterMutterKindM/F”, von Regisseur Marc Lippuner als Uraufführung auf die Bühne des Mörgens gebracht, nachdenken. Und treibt Tochter (Franziska Lehmann) und Sohn (Robert Seiler) sowie Mutter (Stefanie Dischinger) und Vater (Thomas Hamm) zum Äußersten - und außerdem zu einem ganzen Stoß an Folgefragen.

Um sich diesem anzunehmen, streichen die Kinder eine weitere Weisheit zum Thema. Nämlich jene, die besagt, dass man sich seine Familie nicht aussuchen kann. „Gebt euch doch mal mehr Mühe”, lautet mal der Befehl, mal die Bitte an die Erzeuger - mit denen gemeinsam dann jenseits linearer Handlung und vor Lucia Beckers spartanischem Bühnenbild (bestehend aus einer Turnmatte) die verschiedensten Situationen zwischen Familienidyll und Ehegefängnis durchgespielt werden.

Kinder gegen Eltern, babyblau/grau gegen babyrosa/braun: Das Familienduell wird mal mit körperlicher Gewalt, meist aber mit gnadenloser Ehrlichkeit ausgespielt. Gespielt? „Das ist kein Spiel. Familie ist Krieg. Und wir sind mitten in einer Schlacht”, so die Ansage von Seilers Rolle.

Auch wenn es ganz so dramatisch dann doch nicht ist: Die gut 70 Minuten kommen daher wie ein Negativ zu amerikanischen Fernseh-Seifenopern. Dem Publikum, diesmal im Halbrund sitzend, muten Stück und Regie mit der Collage aus Situationen und Emotionen also durchaus einiges an Anspruch zu. Und zerpflücken dabei den ominösen Begriff „Familie” bis ins Detail. Bis nix mehr übrig bleibt - Antworten am allerwenigsten. Aber vielleicht war es gut, einfach mal drüber gesprochen zu haben.

Termine und Infos

„VaterMutterKindM/F” von Holger Schober ist noch am 13., 19. und 26. März, 1., 10., 24. und 30. April, jeweils um 20 Uhr im Aachener Mörgens an der Mörgensstraße zu sehen.
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