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Trubel mit Nelke im Knopfloch

Von: Eckhard Hoog
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Ansturm bei der Vernissage: Jo
Ansturm bei der Vernissage: Joos van Cleve war gestern bereits der Renner im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum. Bis 26. Juni werden 25.000 Besucher in der Ausstellung erwartet. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Trubel und Staus schon bei der Vernissage: Das Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen musste den Ansturm des Publikums am Mittwochabend teilen und über einen Parcours durchs ganze Haus umleiten, damit der Strom der Gäste sich am Ende nicht noch selbst überrollte.

Da war Geduld gefragt, ehe endlich die wunderbaren Farben, all die grandiosen weltlichen Landschaften, in die Joos van Cleve seine Heiligen stellt, in Blick gerieten. Die Schau um den Antwerpener Renaissance-Künstler, das zeichnet sich bereits jetzt ab, dürfte ein großer Publikumserfolg werden.

Die Ansprachen zur Eröffnung kamen zuvor wieder einmal aus Platzmangel in der benachbarten Kirche St. Adalbert zu Gehör - diesmal allerdings so passend wie sonst nie: Schließlich war ein Gutteil der Kunstproduktion aus der Werkstatt des gebürtigen Rheinländers zu Anfang des 16. Jahrhunderts für nichts anderes als den sakralen Raum gedacht.

Und das zu einer Zeit, als in Aachen noch Könige gekrönt wurden. Der Kreis hat sich geschlossen. Oberbürgermeister Marcel Philipp schlug den Bogen von der glorreichen Vergangenheit Aachens zu der hoffnungsfroh empfundenen, nicht minder gedeihlichen kulturellen Zukunft der Stadt, die das Projekt „Parallelwelten” mit den Ausstellungen Joos van Cleves an der Wilhelmstraße und „Hyper Real” im Ludwig Forum gerade verheißt.

Die Nelke war die Blume des Abends - nicht nur als Symbol ehelicher Treue in einem Glanzstück der Ausstellung, dem umwerfend faszinierenden Selbstporträt des Künstlers aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza in Madrid, sondern auch am Revers eines schmunzelnden Museumsdirektors Peter van den Brink. Er bemerkte, dass selbst die Kunstmesse Tefaf in Maastricht ab heute über und über mit Nelken, und diesmal nicht mit Tulpen geschmückt sein wird. Wenn das kein Zeichen ist!

Besonders herzlich begrüßte van den Brink eine Kollegin aus Paris, die mit ihren fünf Leihgaben quasi die Türöffnerin war für andere weltberühmte Museen wie das Metropolitan Museum in New York und die National Gallery in Washington, ihre unersetzlichen Schätze auf Zeit nach Aachen zu geben: die Chefkuratorin desLouvre, Cécile Scailliérez.

Die Schau eröffnete schließlich Isabel Pfeiffer-Poensgen, die ehemalige Aachener Kulturdezernentin, jetzt Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder und Kuratoriumsvorsitzende der Peter und Irene Ludwig Stiftung, voll des Lobes für Peter van den Brink und sein Team. Nach ihren Worten ist die Ausstellung der verstorbenen Mäzenin Irene Ludwig gewidmet.

Bereits am Vorabend der Eröffnung hatte eine Gruppe von Händlern der Kunstmesse Tefaf, die heute in Maastricht beginnt, die Gelegenheit zu einer Vorbesichtigung, darunter so prominente Galeristen wie Otto Naumann aus New York und Konrad Bernheimer aus München neben vielen anderen Gästen aus New York, London oder Madrid.

„Diese Ausstellung kann man sich genauso gut im Museum in New York vorstellen”: So drückte Johannes Faber, Fotografie-Galerist aus Wien, seine Begeisterung über Joos van Cleve aus. „Und das British Museum könnte es auch nicht besser machen.”

Für Faber ist der Besuch im Suermondt-Ludwig-Museum während seiner Tefaf-Zeit seit Jahren ein „absolutes Muss”. Sein Urteil diesmal: „Toll, didaktisch hervorragend aufbereitet. Hier findet sich auch der nichtfachkundige Besucher sehr gut zurecht. Das kann man anderen Museen nur wünschen.”

Öffnungszeiten,Dauer und Eintritt:

„Leonardo des Nordens - Joos van Cleve”, Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, Wilhelmstraße 18.

Geöffnet: Di.-Fr., 12-18, Mi., 12-20, Sa./So., 11-18 Uhr, während der Tefaf (18. bis 27. März): Mo.-So., 11-18 und Mi., 11-20 Uhr, bis 26. Juni.

Eintritt: 7, ermäßigt 3,50 Euro.

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