Stolberg - Triggerfinger begeistern mit Rock und Extravaganz

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Triggerfinger begeistern mit Rock und Extravaganz

Von: Nils Heinichen
Letzte Aktualisierung:
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Immer mit Vollgas, dynamisch und impulsiv: Triggerfinger im Zinkhütter Hof. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Es scheint ihnen völlig egal zu sein, ob sie vor rund 60.000 Zuschauern wie beim holländischen Festival „Pinkpop“ auftreten, vor ausverkauften Hallen in Glasgow, London und Paris spielen – oder eben vor 600 begeisterten Fans im Zinkhütter Hof in Stolberg ihre Songs zum Besten geben.

Wenn Gitarrist und Sänger Ruben Block, Bassist Paul van Bruystegem und Schlagzeuger Mario Goossens als Triggerfinger die Bühne betreten, geben sie immer Vollgas.

Über die Grenzen ihrer Heimat hinaus berühmt geworden sind Triggerfinger eher zufällig durch ihre melancholische – und vor allem eher spontane – Cover-Version von „I Follow Rivers“ (eigentlich von der schwedischen Sängerin Lykke Li). In Stolberg beschallte die Band das Publikum, von dem eine Mehrheit auf Blocks Rückfrage zugeben musste, eben nur dieses „I Follow Rivers“ zu kennen, so, wie sie es seit 1998 mit Bravour meistern: mit dynamischen, impulsiven Rocksongs, deren Ursprünge meistens in Bluesmotiven zu suchen sind.

Beim diesjährigen Highlight des Kulturfestivals der Städteregion strotzten die drei Vollblutmusiker aus dem belgischen Antwerpen nur so vor Spiellaune. Trotz sehr warmer Temperaturen heizten sie ihr Publikum ordentlich ein. Schon die Aachener Band Neogene hatte als Vorgruppe für gute Stimmung gesorgt. Doch Triggerfinger war überragend.

Schon nach wenigen Minuten war das Publikum geradezu euphorisiert. Handys und Kameras wurden gezückt, um die einzigartige Atmosphäre im Zinkhütter Hof einzufangen. Im Mittelpunkt der vielen weiblichen Fans stand – natürlich – Sänger und Gitarrist Ruben Block mit seiner rauchigen, gefühlvollen Stimme – der er aber auch immer wieder sonderbare Kreischlaute entlockte. Während Paul Van Bruystegem mit merkwürdigem Leopardenfell-Cowboyhut am Bass den Songs wie „All This Dancin‘ Around“ (vom gleichnamigen Album) rhythmischen Rückhalt gab, zog Schlagzeuger Mario Goossens nicht nur mit seinem knallpinken Anzug die Blicke auf sich. Er bewies, warum er in seiner Heimat 2010 Musiker des Jahres war: Gefühlte zehn Minuten lang stellte er sein Ausnahmekönnen bei einem Solo unter Beweis. Als gäbe es kein Morgen mehr, hämmerte er auf sein Schlagzeug ein. Immer wieder ließen ihm Block und Van Bruystegem Raum für seine Meisterstücke – samt extravaganter Show. Das Publikum applaudierte und pfiff – vor Begeisterung. „I Follow Rivers“ spielte das Trio natürlich auch – Goossens mit Besteck in Kaffeetassen.

Als nach gut 90 Minuten auch die Zugabe passé war, hätten nicht wenige gerne noch ein bisschen länger von der musikalischen Show der Band genossen – sie hatten Geschmack gefunden, an dieser eigentlichen Seite von Triggerfinger, dem erstklassigen Rock.

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