Aachen - „Toms Pleite?” im Grenzlandtheater: Ohne Moos nix los?

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„Toms Pleite?” im Grenzlandtheater: Ohne Moos nix los?

Von: Grit Schorn
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Hält ihre Freundschaft? Tom (
Hält ihre Freundschaft? Tom (Matthias Rödder, r.) und Erik (Markus Wilharm) im neuen Greta-Stück. Foto: Kerstin Brandt-Heinrichs

Aachen. Die Premiere des neuen Stücks bei Greta, dem jungen Grenzlandtheater, fand natürlich in einer Schule statt. Denn die beiden Hauptfiguren in „Toms Pleite”, dem spannenden Jugendstück von Michael Miensopust, sind Schüler. Und so waren die Abenteuer der beiden Freunde Tom und Erik am Donnerstag in der Aula des Aachener Gymnasiums St. Leonhard zu erleben.

Ulkig verdrehte Werbesprüche führen direkt in die wunderschöne Warenwelt: „Alle haben es, warum nicht du”, „Die Freiheit nehm? ich mir”. Fehlt nur noch „Ich konsumiere, also bin ich”. Markenklamotten und angesagte Handys scheinen das Wichtigste zu sein.

Tom (Matthias Rödder) und Erik (Markus Wilharm) geben sich als ziemlich „starke Typen”, die lässig gemeinsam abhängen und biken, vor allem aber furchtbar gerne shoppen und mit ihren Errungenschaften angeben. Schnell steht die Frage im Raum, ob ihre Freundschaft so stark wie ihre Kaufkraft ist. Denn als Toms Vater plötzlich arbeitslos wird und sich die Familie einschränken muss, sieht sich Tom als Außenseiter. Erik hilft ihm gerne aus, doch irgendwann ist auch hier Zahltag.

Sehr aufmerksam und interessiert verfolgten Aachener Schüler bei der Premiere das Stück, das mit weiteren Figuren aufwarten kann. Denn Markus Wilharm verwandelt sich im Handumdrehen in die Eltern von Tom oder dessen Oma. Als Mitschüler Helmut, ein „Loser” mit Ledertasche und ohne Internetanschluss, erfreut er das Publikum besonders.

Die straffe Regie von Timo Hübsch, der im Grenzlandtheater bereits als Schauspieler („Gut gegen Nordwind”) zu sehen war, macht das gute Stück zur erstklassigen Unterhaltung. Und es macht auch sehr nachdenklich, wie die Reaktionen des jugendlichen Publikums am Ende zeigten.

Dass Tom in seiner Verzweiflung die etwas tüddelige Oma bestiehlt und sogar Klassenkameraden beklaut, wird als wenig coole Grenzüberschreitung registriert. Sind wir also nur etwas wert, wenn wir uns viel leisten können? Das Stück wirft viele gute und wichtige Fragen auf.
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