„Tanzende Stadt”: Tänzer bringen das Pflaster zum Glühen

Von: Laura Hentz
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Aachen. Menschen eilen durch die Stadt. Um sie herum: Werbung und Kommerz. Da tanzt auf einmal jemand neben ihnen, hüpft von einer Bank und über eine Wiese. „Ist der verrückt?”, wird sich da so mancher fragen.

Aber nein: Unter dem Motto „... auf den Pflastersteinen” mischen sich die Tänzer des Festivals „Tanzende Stadt” unter die Leute. Mit tänzerischen Miniaturen wollen sie die Menschen überraschen, aus ihrem Alltag reißen und Kunst in den öffentlichen Raum bringen.

Die Veranstalter von der Eupener Compagnie Irene K. wollen Perspektiven eröffnen, Kunst zugänglich und auf neue Weise erlebbar machen. Es geht ihnen um den Austausch zwischen Kunst, Theater, Tanz, aber auch um den Austausch zwischen Menschen und Nachbarn - über die Grenzen.

Nadya Bascha, Leiterin des Kooperationspartners Atelierhaus Aachen (AHA), findet: „Die Informationen und der Austausch waren bisher eher spartanisch. Dabei gibt es eine Kulturszene mit fantastischen Veranstaltungen - auch jenseits der Grenze.”

Los gehts am Dienstag, 28. August, um 19 Uhr mit einer Podiumsdiskussion im Foyer des BRF in Eupen zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum”. Die Veranstalter wollen den Bürgern zeigen, was sie bewegt und warum sie bewusst auf die Straße gehen, statt in einem Theater aufzutreten. „Die Straße spricht eine ganz andere Sprache. Es entsteht ein Gefühl der Gemeinsamkeit, wenn man nicht im Dunkeln sitzt, sondern Teil eines Ganzen ist, seinen Nachbarn angucken und anlächeln kann”, meint Irene Kalbusch, künstlerische Leiterin von „Tanzende Stadt” und Gründerin der Compagnie Irene K. Für sie ist wichtig, dass die Künstler das Gefühl der Bürger in ihrer Stadt und ihrem Viertel widerspiegeln und damit auch die Brücke zur Politik schlagen, die den Lebensraum der Menschen mitgestaltet.

In den darauffolgenden vier Tagen ziehen Tänzer durch Lüttich, Eupen, Verviers und Aachen. Sie bringen ihre Kunst zum Bürger, statt andersherum, tauchen ein in die Menschenmenge. Als „Guerillakünstler” sind sie so ganz nah an ihrem Publikum, können Augenkontakt aufnehmen und die Leute zum Mitmachen animieren. Kalbusch: „Der Überraschungscharakter kann Irritationen hervorrufen, aber auch zu einem Dialog werden und die Menschen inspirieren.”

Für einen krönenden Abschluss des Festivals in Eupen sorgen dann am 2. September alle sechs teilnehmenden Compagnien sowie zwölf Eupener Senioren, die gemeinsam mit Kalbusch in den letzten Monaten eine eigene Performance einstudiert haben. Ab 14 Uhr treten die Tänzer aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Italien, Japan und Kuba auf verschiedenen Bühnen in der Stadt auf.

Die erste Stadt, in der die Tänzer das Pflaster zum Glühen bringen, ist Lüttich: Hier tanzen am 29. August die Compagnien Irene K. und Retazos um 11 Uhr am Place Saint-Lambert und um 14 Uhr bei Vinâve dIle.

Am 30. August kommen Irene K. und die Tanzcompagnie Gießen nach Aachen. Sie starten um 11 Uhr im Elisengarten und sind um 14 Uhr in der Molkerei in der Pontstraße.

In Eupen treten die Compagnien Retazos und Irene K. am 31. August um 11 Uhr am Werthplatz und um 15 Uhr am Marktplatz auf.

Am 1. September sorgen dann die Compagnie Irene K. zusammen mit Lorena Calabrò und Manolo Perazzi in Verviers für Stimmung. Sie sind um 11 Uhr am Place de lHôtel de Ville und dann um 15 Uhr am Place Verte.
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