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Streit um Fotos von Beuys-Aktion: Schloss Moyland geht in Berufung

Von: dpa
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Vermintes Terrain: Die Ausstellung von Beuys-Fotos war per einstweiliger Verfügung gestoppt worden. Dagegen will das Museums Schloss Moyland (im Bild Bettina Paust, Direktorin) jetzt gerichtlich vorgehen. Geklagt hatte die Beuys-Witwe Eva. Foto: dpa

Düsseldorf. Im Rechtsstreit um das Verbot, Fotografien einer Live-Aktion von Joseph Beuys auszustellen, hat das Museum Schloss Moyland Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingereicht.

Das sagte der Moyland-Anwalt Simon Bergmann am Montag der dpa in Düsseldorf. Das Landgericht Düsseldorf hatte Ende September dem Beuys-Museum Moyland am Niederrhein bei Androhung von bis zu 250.000 Euro Strafe untersagt, die 1964 entstandenen Fotos auszustellen. Sollte das OLG das Urteil des Landgerichts bestätigen, will Moyland-Direktorin Bettina Paust vor den Bundesgerichtshof ziehen.

Die Fotografien der Beuys-Aktion sind nach Auffassung des Landgerichts eine unzulässige Umgestaltung des Originalwerks. Moyland hätte die Künstler-Witwe Eva Beuys um Erlaubnis für die Ausstellung der Fotografien des 2008 gestorbenen Fotografen Manfred Tischer fragen müssen. Geklagt hatte die Verwertungsgesellschaft (VG) Bild-Kunst an, die Eva Beuys (77) vor Gericht vertritt. Das Schloss Moyland mit dem weltgrößten Bestand an Werken von Beuys (1921-1986) und die Witwe des Künstlers liegen seit langem im Streit über die Bewahrung der Werke von Beuys.

Der Richterspruch hatte Kritik in Expertenkreisen ausgelöst. Das Urteil kann weitreichende Folgen für Fotodokumentationen von Kunstaktionen, aber auch Theater-und Musikaufführungen haben. Durch das Urteil werde die Dokumentationsfotografie von Kunst-Aktionen abgeschafft, hatte Paust gesagt. Fotografen hätten künftig keine Rechte mehr an ihren Fotos von dynamischen Aufführungen.

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