„Spannungen”in Heimbach wieder ein Erfolg

Von: Pedro Obiera
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Heimbach. Mit den bedrückenden Klängen von Smetanas Streichquartett „Aus meinem Leben” schloss die 14. Runde des Kammermusikfestivals „Spannungen” im Heimbacher Jugendstilkraftwerk erfolgreich wie eh und je.

Der Titel des extrem persönlich gefärbten Werks markierte auch das Motto des einwöchigen Fests, zu dem sich etwa 30 Künstler aus nah und fern zu zehn restlos ausverkauften Konzerten am Rursee einfanden.

Zu den Höhepunkten gehörte Messiaens in deutscher Kriegsgefangenschaft entstandenes „Quartett vom Ende der Zeiten”, Janáceks reife Altershymne auf die Liebe, das Streichquartett „Intime Briefe”, Smetanas Trauerarbeit nach dem Verlust zweier Kinder in seinem trotzig-druckvollen, erstaunlich selten zu hörenden Klaviertrio oder seine in ertaubter Isolation geschaffene Klage „Aus meinem Leben”.

In Smetanas Trio op. 15 drehte Huw Watkins am Klavier so mächtig auf, dass selbst die kräftig aufspielende Geigerin Antje Weithaas und erst recht die kurzfristig eingesprungene Cellistin Marie-Elisabeth Hecker bisweilen das Nachsehen hatten.

Dass das ebenso fulminante wie ergreifende, hörbar in einer Lebenskrise Smetanas entstandene Meisterwerk dennoch einen überwältigenden Eindruck hinterließ, lag an dem wichtigsten Kapital des Festivals: der spontanen Experimentierfreude und Risikobereitschaft, mit der neue, ungewohnte Aufgaben in Angriff genommen werden.

Das tat auch Lars Vogt, der künstlerische Hausherr und Spiritus Rector des Fests, der mit Ravels Klaviertrio eine der filigransten Herausforderungen annahm.

In seiner Doppelfunktion als Pianist und „Composer in Residence” war diesmal der walisische Musiker Huw Watkins in Erscheinung, dessen Uraufführung seines Trios für Klarinette, Viola und Klavier mit besonderer Spannung erwartet wurde.

Die 13-minütige Impression „Speak the seven Seas” ist an ein Gedicht von Dylan Thomas angelehnt Nahezu impressionistisch flirrende und agil bewegliche Tongirlanden bestimmten das insgesamt atmosphärisch dichte Stück, vorzüglich ausgeführt von dem Komponisten am Klavier sowie dem brillanten Klarinettisten Sebastian Mainz und Florian Donderer an der Violine.

Diesmal schlug das Wetter derartige Kapriolen, dass die überschwemmten Parkplätze geschlossen werden mussten. Mit Hilfe der freiwilligen Feuerwehr und dem Kunstförderverein wurde ein gut funktionierender Bus-.Shuttle-Dienst eingerichtet. Die nächsten „Spannungen” finden vom 4. bis 10. Juni 2012 statt.
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